Wer war's? War er's?
Einen ganz neuen, überraschenden Surround-Sound hatte Moritz Eggert versprochen. Einen Klang, der dank überall im Raum aufgestellter Boxen die Zuhörer umhüllen sollte. Im zweiten Rang der Komischen Oper ist davon am Premierenabend nichts zu spüren. Was die Mikrofone vom Orchester und von den Stimmen einfangen, schallt aus der großen Lautsprecherbatterie, die über der Bühne hängt, frontal in den Saal. So wie das auch bei Musicalaufführungen üblich ist.
Eggert komponiert bewusst populär, er will dem Publikum entgegenkommen.
Darum erweitert er die klassische Orchesterbesetzung um E-Gitarre, E-Bass, Saxofon, Akkordeon und vier Keyboards, setzt außerdem einen wortlos singenden Chor in den Graben sowie zwei Solisten (Alma Sadé und Tansel Akzeybek). Was Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis mit fliegenden Händen koordiniert, klingt mal nach Songs von Kurt Weill, mal nach Disco aus den 1980er-Jahren, mal nach Filmmusik mit Bläserbombast, dann wieder nach Atmo-Klangteppich. Das hält die Geschichte zwar in der Schwebe zwischen Einst und Jetzt, bleibt künstlerisch aber letztlich so unentschieden wie der Abend selbst.
Zusammen mit seinem Chefdramaturgen Ulrich Lenz hat Intendant Barrie Kosky ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ende des Monats ist es wieder so weit: Fedora, getragen vom European Circle of Philanthropists of Opera and Ballet, ruft zur Preisverleihung nach Venedig. Eine Opern- und eine Ballettproduktion werden ausgezeichnet und erkleckliche Beträge einstreichen. Der Name Fedora taucht zwar immer mal auf, aber wer und was verbirgt sich eigentlich dahinter? Das Netzwerk...
Drei Anläufe unternahm Beethoven, ehe er mit seiner einzigen Oper «Fidelio» ans Ziel kam. Aber er war nicht der Erste, der Jean-Nicolas Bouillys angeblich auf eine wahre Begebenheit zurückgehendes Libretto «Léonore, ou l’Amour conjugal» bearbeitete. Das Sujet vereint mit dem Kampf gegen willkürliche Tyrannei und dem siegreichen Triumph der Liebe archetypische...
JUBILARE
Neil Shicoff wurde in New York geboren und studierte an der Juilliard School of Music. Sein Debüt gab der Tenor 1975 in Cincinnati in der Titelrolle von Verdis «Ernani» unter dem Dirigat von James Levine. Ein Jahr später stand er erstmals auf der Bühne der Metropolitan Opera. Engagements an der Mailänder Scala, Londons Royal Opera House, dem Gran Teatre...
