WENIGSTENS TRASH

Puccini: Tosca NEAPEL | TEATRO SAN CARLO

Opernwelt - Logo

Hier hat die Abrissbirne gewaltig zugeschlagen! Opernregie-Debütant Edoardo De Angelis – er kommt vom Film – bemüht sich erst gar nicht, zu Beginn von Puccinis «Tosca» einen schönen Nachbau der Kirche Sant’Andrea della Valle zu zeigen (beziehungsweise von Mimmo Paladino errichten zu lassen). Auf der großen Bühne des Teatro San Carlo in Neapel sehen wir ein klotzartiges Gebilde, aus dem man mit viel Manneskraft (und guten Meißeln) angelegentlich ein Kreuz klöppeln könnte. Ein Metallgerüst, an dem drei Steine hängen.

Wenigstens Trash! Im Zeichen traditionell-harmloser Inszenierungen an den (schönen) Häusern Italiens fast schon eine Überraschung. 

Unter dem «Kreuz» fällt der Blick auf eine leicht bekleidete Dame, die Mario Cavaradossi als Modell dient. Jonas Kaufmann ist dieser Künstler – fröhlich läuft er die Leiter hoch, hin zu eben jener Statistin, die man auch mal kurz (fast) entkleiden, sprich: vom Umhange etwas befreien kann. Der Fokus liegt also ganz auf Cavaradossi, dabei ist ja zunächst vor allem Angelotti in Gefahr. Denn dieser ist als Kriegsgefangener geflohen. Man sucht nach ihm. Zuflucht findet er in eben jener «Kirche» – beziehungsweise in der Behauptung eines ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt 6 2022
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Arno Lücker

Weitere Beiträge
Vorschau und Impressum 6/22

Fachwechsel
Seine Händel-Interpretationen sind Legende. Doch nicht nur die. Philippe Jaroussky hat zahllose Werke des Barock mit seinem ätherischen, durchdringend hellen, silbrig schimmernden Countertenor belebt. Jetzt wagt er den Gang von der Bühne ans Pult. Am Pariser Théâtre des Champs-Élysées dirigiert Jaroussky ein Bühnenwerk, dessen Titelfigur er wohl noch im...

Personalien, Meldungen 6/22

JUBILARE

Mimi Coertse wurde am 12. Juni 1932 im südafrikanischen Durban geboren und entdeckte früh ihre Leidenschaft für das Singen. Nach einem Studium in Südafrika setzte sie ihre sängerische Ausbildung in Den Haag, in Wien (Maria Hittorff) und an der dortigen Opernklasse von Josef Witt fort. Am Schönbrunner Schlosstheater verkörperte sie im Juli 1955 als...

GELUNGENES WAGNIS

Oper light war gestern: Bei der Premiere von Gounods «Roméo et Juliette» wurde in Kaiserlautern wieder aus dem Vollen geschöpft: Rosarote Flamingos, glitzernde Kugelfische, Hummer, Libellen, schillernde Pfauen und anderes Getier rotierten in wildem Farbwirbel über die Bühne. Nach den vielen abgespeckten Kammerfassungen, die in den vergangenen zwei Jahren...