Träumen erwünscht
Der Banyan-Baum besitzt in Taiwan eine hohe Symbolkraft. Sein breites Blätterdach bietet Schatten vor der subtropischen Sonne, Schutz bei nachmittäglichen Regengüssen und Platz für Schachspieler oder Picknickrunden. In Kaohsiung, mit 2,7 Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes, wächst er auch auf dem Gelände von Weiwuying, einem ehemaligen Militärgebiet unweit der Innenstadt.
Die Architektin Francine Houben hat das natürliche Vorbild aufgegriffen, als sie den Zuschlag bekam, das verfallende Areal in einen Kulturkomplex zu verwandeln: Unter einem alles überwölbenden Dach sind die einzelnen Gebäudeteile wie riesige runde Stämme gestaltet, der Raum dazwischen ist ein stufenloses, frei zugängliches Forum, das Veranstaltungsort sein kann oder spontaner Treffpunkt. Das selbsternannte «Haus ohne Türen» beherbergt auf dem Dach ein zum Park absteigendes Amphitheater – mit Blick auf die Banyan-Bäume. Das Dach misst mächtige 240 Meter in der Länge, ist stolze 140 Meter breit und macht Weiwuyiung, wie man hier stolz betont, zum «größten zusammenhängenden Kulturgebäude der Welt» – gelistet im TIME Magazine unter den «World’s Greatest Places 2019». Im Inneren finden sich ...
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Opernwelt Dezember 2025
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Stephan Knies
Mögen auch gleich drei der beteiligten Damen, die echte Barbara Delacqua sowie zwei strategisch eingesetzte Doppelgängerinnen, im Minirock des klassischen Supergirl-Outfits stecken, so haben sie doch die Hosen an in dieser Neuinszenierung der «Nacht in Venedig» durch Nina Spijkers, mit deren Premiere das Haus am Gürtel den 200. Geburtstag von Johann Strauß (Sohn)...
Wie sich die Bilder gleichen. Wenn sich im Jugendstiljuwel des Lübecker Theaters Karola Sophia Schmid als Sophie und Frederike Schulten als Octavian mit einer nachgerade huldvollen Verbeugung jenem aromatisch aphrodisierenden Gewächs (und damit erstmals auch einander) zuwenden, scheint in der Neuinszenierung jene ikonisch gewordene Rosenüberreichung erneut auf, die...
Erinnerung
Seine Hausgötter waren Strawinsky, Schostakowitsch, Schönberg und Berg. Doch nicht in einem Takt versuchte er sie zu imitieren. Grigori Samuilowitsch Frid hatte sein eigenes Klangideal und -idiom. Auch in Frids Monooper «Das Tagebuch der Anne Frank» von 1969 wird das deutlich. Nun gelangt dieses wichtige Werk in Greifswald und Bern auf die Bühne. Wir...
