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Wie das Gerhart-Hauptmann-Theater sich gegen die Verhältnisse stemmt: Thomas Adès’ «Powder Her Face» in Zittau

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Neun Meter, das ist viel. Zu viel. Man bräuchte den Hals einer Giraffe, um ganz bis nach oben zu gelangen, und selbst dann wäre es noch schwierig, den Gipfel dieser Vitrine zu erklimmen, über 90 Bibelbilder hinweg. So also bleibt in der gotischen Kreuzkirche der beeindruckte Blick hinauf zur Spitze des berühmten Zittauer Fastentuches, vollendet anno Domini 1472 (und vor anderthalb Jahren faszinierend detailliert auf Leinwand gebannt durch den österreichischen Dokumentarfilmer Bernhard Sallmann).

Doch der Kunstschatz ist nicht die einzige geschichtsträchtige Preziose in der einst florierenden Textil- und Fahrzeugbaustadt im östlichsten Zipfel der Bundesrepublik. Im nahe gelegenen Cunewalde gibt es eine riesige evangelische Dorfkirche, im Stadtzentrum die Hauptkirche Sankt Johannis, die kein Geringerer als Schinkel erbaute (1837).

Alles sehr schön. Wäre da nur nicht die Gegenwart. Und die ist auch an diesem Samstagabend Mitte März ein wenig eingetrübt. Zumindest im Gerhart-Hauptmann-Theater, Nebenstelle Zittau. Von Premierenfieber keine Spur. Die Stimmung im schütter besetzten Foyer ist so wie das Licht: gedämpft. Euphorie sieht anders aus, auch später im Saal, der nicht einmal zur ...

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Opernwelt Mai 2017
Rubrik: Magazin, Seite 84
von Jürgen Otten

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