Wein, Weib und Gesang
Der Mann ist hier Mr. No, sogar Mister No-Go. Eine Namensverbotszone ist das, die von Kranzberg, Inn und den Ausläufern des Wilden Kaisers begrenzt wird. «Der Blogger» wird er in Erl nur genannt, erst recht vom Prinzipal. Überhaupt möchte sich Gustav Kuhn zur Affäre nicht äußern. «Das liegt bei den Anwälten», sagt er, um dann im persönlichen Gespräch ausgiebig vom Leder zu ziehen über jenen Markus Wilhelm, Publizist, Umweltschützer und Internet-Aktivist, der das Projekt Tiroler Festspiele gefährden könnte.
Sexuelle Übergriffe, Mobbing, Lohn-Dumping: Keiner der Vorwürfe gegen Kuhn und das System Erl konnte bisher bewiesen werden. Acht Klagen haben der Dirigent und die Festspiele noch gegen Wilhelm laufen, einige wenige wurden zurückgenommen – um Wilhelm nicht finanziell zu ruinieren, erklärt Kuhn. Der Knackpunkt: Sämtliche Vorwürfe, die Erl gefährlich werden könnten, sind namenlos. «Von mir anonymisiert», betont Wilhelm, «nicht anonym». 200 Zuschriften seien bei ihm, der das Portal www.dietiwag.org betreibt, eingegangen, «aus allen Erler Bereichen, bis zur Aufräumhilfe». Und bald, so verspricht Wilhelm, gibt es Namen zu lesen.
Tatsächlich schwirrt es vor Gerüchten im Inntal. Wer ...
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