Weill: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Trüb sieht er aus, der Mond über Alabama. So gar nicht mehr hoffnungsfroh wie noch zu Beginn, als die drei aus der Haft entwichenen Strafgefangenen in diese Ödnis kamen. Nun herrscht Finsternis in den Seelen derer von Mahagonny, und vor allem für einen von ihnen sieht es richtig düster aus: Auf dem elektrischen Stuhl schwebt über der geifernden Masse Beinahe-Mörder, Beinahe-Dieb, Beinahe-Deflorierer und Zechpreller Jim Mahoney.
Nicht unbedingt zum Heulen, aber leider dazu angetan, in Tristesse zu verfallen, ist diese Premiere zum Auftakt des Kurt-Weill-Festes, Ausgabe 2006.
Zugegeben, das vorliegende Stück, die Oper «Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny» von Weill mit dem Brecht’schen Text, gehört für jeden Regisseur nach wie vor zum Unbequemsten, Sperrigsten, was die Gattung zu bieten hat. Doch die Art und Weise, wie Helmut Polixa das Werk in die Revue-Ecke verbringt und es dort mit lauter Einfällen zuschüttet, gibt doch zu denken. Und nicht nur das: Die Substanz des Kunstwerks selbst ist in Gefahr, im Dreieck aus Kitsch, Klischee und Klamotte zu versinken – was betrüblich ist, liegt doch die hochpolitische Botschaft der Oper offenkundig auf der Hand; man muss dazu nicht einmal ...
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