Wasser- und Wortspiele
Zwei Stunden fährt man von der bulgarischen Hauptstadt Sofia durch saftig-grünes Hügelland Richtung Nordosten bis fast an die rumänische Grenze, dann ist man in Pleven. Hier wurde 1941 Gena Dimitrova geboren, deren Karriere nach einem Debüt als Abigaille in Verdis «Aida» an der bulgarischen Nationaloper – gerade mal 26 Jahre war sie da – schnell Fahrt aufnahm. Sie sang mehr als 30 Rollen von Tosca bis Turandot, trat an der Seite von Domingo und Pavarotti auf, mit Maazel und Muti, stand an allen großen Opernhäusern zwischen Buenos Aires und Wien auf der Bühne.
Kurz vor ihrem frühen Tod 2005 hatte sie selbst die Idee, in ihrer Heimatstadt einen Gesangswettbewerb auszurichten. Die erste «Gena Dimitrova International Competition for Young Opera Singers» fand nur ein Jahr später statt.
Mitte Mai 2025. Der inzwischen etablierte Wettbewerb hat fast 60 junge Sängerinnen und Sänger in die 90.000-Einwohner-Stadt gelockt; sie kommen überwiegend aus Osteuropa, China und Südkorea. Draußen lässt der Frühling noch auf sich warten, drinnen im vor wenigen Jahren sanierten und fein hergerichteten Saal bereiten sich alle auf ihren Auftritt vor. Ist es ein gutes Omen fürs Gelingen, dass er nach ...
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Opernwelt Juli 2025
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Stephan Knies
Es war ein Ritterschlag. Franz Lehár, der von Zeitgenossen wie Karl Kraus oder Richard Strauss Geschmähte, durfte am 20. Jänner 1934 seine Uraufführung an der Wiener Staatsoper landen, dem musikalischen Musentempel schlechthin der alten k. u. k. Monarchie. Nicht Oper, nicht Operette: «Musikalische Komödie» hat der damals bald 64-Jährige sein letztes Bühnenwerk...
Selbst Ungläubigen muss der Begriff des Heiligen Geists in den Sinn kommen, wenn siebzig Minuten vor der Uraufführung einer Oper über den heiligen Franziskus auf dem Ulmer Bahnhofsvorplatz von St. Michael zu den Wengen und St. Georg herüber plötzlich Freudengeläut zu vernehmen ist. An diesem 8. Mai bedeutet das nichts anderes, als dass im fernen Rom ein Nachfolger...
Nach dieser Premiere stellt sich vor allem eine Frage: Weshalb ist Michael Balke «nur» Erster Gastdirigent am Gärtneplatzttheater? Denn was man gerade erlebt hat, in Donizettis «L’elisir d’amore», war ein Musterbeispiel für ein symbiotisches Musizieren auf höchstem Niveau. Orchester und Dirigent scheinen sich bestens zu verstehen, alles wirkt selbstverständlich und...
