Was im Kino nicht mehr geht
Und das soll er also sein – einer der «wenigen deutschen Weltstars des Films», wie ihn die Deutsche Oper Berlin ankündigt. Der Herr, der uns gegenüber sitzt, ist ein freundlicher Mittsechziger, den man als unauffällig bezeichnen würde, hätte man ihn nicht schon so oft über rote Teppiche schreiten oder im Bildteil von Schriftsteller-Biografien auftauchen sehen.
Ja, Volker Schlöndorff wird sich in seiner Mittagspause als ein so unprätentiöser Gesprächspartner herausstellen, dass mancher, der weder eine Goldene Palme noch einen Oscar im Regal stehen hat, dagegen angeberisch wirkt. Wobei «Mittagspause» eher den Probenplan zu Leoˇs Janáˇceks «Aus einem Totenhaus» als den Kalender Schlöndorffs betrifft, dessen Besitzer keine Pausen zu kennen scheint.
Dass man mit dieser Vermutung nicht ganz falsch liegt, zeigt bereits der Auftakt zur Unterhaltung: Den nimmt Schlöndorff selbst in die Hand, noch im vollen Schwung der Arbeit, die ihn eine Minute zuvor die Probebühne durcheilen ließ. Fragen müssen kaum gestellt werden. Der Regisseur ist so erfüllt von seinen Gedanken zu Janáˇceks letzter Oper, dass man sich prompt um das Fassungsvermögen des Tonbands und die Ausdauer der Batterien zu sorgen ...
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Stefan Soltesz, Chef der Essener Philharmoniker und Intendant des Aalto-Musiktheaters, mag im Kreise seiner Untergebenen als gnadenloser Tyrann verschrien sein, doch seinen Laden hat er, wenn es um die künstlerische Qualität der angebotenen Produkte geht, fraglos zu einer der verlässlichsten Adressen in der deutschen Opernlandschaft gemacht. Und das keineswegs...
