Was der Hörer nicht kennt...
Im globalisierten Opernbetrieb müssen Sänger selbstverständlich auch in Sprachen singen, die sie nicht beherrschen, und die Partien notfalls phonetisch lernen. Oft ist das Ergebnis unbefriedigend. Längst sind Übertitel nötig, damit das Publikum Texte in seiner Muttersprache versteht. Der Frage, ob diese Texte phonetisch «entstellt» überhaupt noch verstehbar sind – auch im emotionalen Sinne –, weicht man aus, weil sonst der Sinn vieler Aufführungen gänzlich in Frage gestellt wäre.
Betroffen von der Sprachbarriere sind besonders französische Opern, die – abgesehen von Hits wie «Carmen» oder «Faust» – auch deshalb vergleichsweise selten gespielt werden, weil sie eben auf Französisch gesungen werden müssen. Immer noch herrscht die Ansicht, Italienisch sei die sanglichste Sprache, sanglicher jedenfalls als das Französische. Tatsächlich fällt bloß die Aussprache leichter: Das Italienische hat sieben, das Französische aber sechzehn Vokal-Phoneme.
Zwei vom amerikanischen Label Marston veröffentlichte Anthologien bieten jetzt Gelegenheit, das vokale Idiom Giacomo Meyerbeers zu studieren. Auf insgesamt sechs CDs sind in Aufnahmen aus den Jahren 1899-1925 Titel aus «Robert le Diable», «Les ...
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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Jürgen Kesting
Impressum
57. Jahrgang, Nr 1
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752285
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 07.12.2015
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Nicht alle Hunde, die bellen, beißen auch. Weiß man ja. Der Jäger, der Schneewittchen töten soll, bringt das nicht fertig. Bei Elena Kats-Chernin und Susanne Felicitas Wolf in Berlin muss Schneewittchen nicht mal alleine durch den dunklen Wald: Ein Riesenkarnickel steht ihr bei. Damit sich bloß keiner gruselt. Dazu gibt’s einen bunten Salat aus Britten und Wagner...
Herr Bruns, auf Ihrem Facebook-Profil nennen Sie sich «Benjamin Frodo Bruns». Wie kommt denn das?
Ich bin bekennender Science-Fiction- und Fantasy-Fan. Außerdem sah ich im Bayreuther «Kinder-Parsifal» ja wirklich aus wie Frodo aus dem «Herrn der Ringe» – und Andreas Hörl als Titurel wie Gandalf. Ich habe Tolkiens Trilogie so mit 14, 15 Jahren innerhalb von zehn...
