Neulich bei Grimms
Nicht alle Hunde, die bellen, beißen auch. Weiß man ja. Der Jäger, der Schneewittchen töten soll, bringt das nicht fertig. Bei Elena Kats-Chernin und Susanne Felicitas Wolf in Berlin muss Schneewittchen nicht mal alleine durch den dunklen Wald: Ein Riesenkarnickel steht ihr bei. Damit sich bloß keiner gruselt. Dazu gibt’s einen bunten Salat aus Britten und Wagner und jede Menge Musicaldressing. Christian von Götz hat das neueste Werk aus der Kinderopernschmiede der Komischen Oper knallig inszeniert. Spaßig ist das, die Kinder sind begeistert.
Auch berührt? Furcht, Traurigkeit – die dunklen Farben, die den Fabeln Grimms oder Andersens erst die Tiefe geben (und die Kinder im rechten Maß sehr wohl vertragen), kommen gar nicht vor.
Wir gehen lieber noch mal in Peter Lunds und Thomas Zaufkes «Grimm» an der Neuköllner Oper. Seit Monaten läuft das Musical mit seiner rasanten Mischung aus Monteverdi und Swing vor ausverkauftem Haus. Es geht um all die Märchen, die wir über uns und andere erzählen. Tagtäglich und meist ohne böse Absicht, bloß um ein bisschen besser dazustehen. Auch das Misstrauen gegenüber Fremden wird thematisiert, die befürchtete Zerbrechlichkeit und tatsächliche Kraft ...
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Opernwelt Januar 2016
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Wiebke Roloff
Schon in den ersten Tönen der Eingangsarie aus dem Oratorium «La resurrezione» entzünden die Mitglieder des Ensembles Il Giardino Armonico unter der Leitung von Giovanni Antonini ein Feuer. Und in keiner Nummer dieses Albums, das sich Werken des jungen Händels widmet, lässt die Hitze nach. Julia Lezhneva lässt sich von der Glut des Orchesters erfassen, facht sie...
Im November war ich mit der Schule in der Oper und habe mir «Schneewittchen und die 77 Zwerge» angeschaut. Da sind manche Sachen anders als in dem bekannten Märchen: Es gibt nicht 7, sondern 77 Zwerge, die vom Kinderchor der Komischen Oper gespielt werden. Sie haben Kapuzenpullover mit Zipfeln an, einige können sogar auf Händen laufen oder ein Rad schlagen....
«Wenn Ihr nicht alle so langweilige Kerle wärt, müsste das ‹Rheingold› in zwei Stunden fertig sein», wetterte einst Richard Wagner. Selbst Hans Richter brauchte bei der Uraufführung 1869 in München zweieinhalb Stunden für den «Vorabend» zum «Ring». Nun liegt der Mitschnitt einer konzertanten «Rheingold»-Aufführung vor, wieder aus München. Simon Rattle ist – nach...
