Warten auf Tschechow

Eötvös: Tri Sestry am Theater Hagen

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Durchs Hagener Theater weht ein leiser Hauch von Buenos Aires. Ein Akkordeon ist es, mit einer wehmütigen Melodie, die auch von Astor Piazzolla stammen könnte. Komponiert hat sie aber Péter Eötvös für seine Tschechow-Oper «Tri sestry», als Inbegriff jener Melancholie, die schon im zugrundeliegenden Theaterstück fast alle Personen ergreift, von Beginn an. Tschechows Menschen suchen das (kleine) Glück immer dort, wo es gerade nicht ist, und sie warten auf etwas, das dann meist nicht geschieht. Im schlimmsten Fall das Leben selbst. Ihr Leben. Und das der anderen.

 

Eötvös’ Partitur bildet das mit feingliedrigem, nie übermäßig aufschäumendem Klangsinn ab, aber auf zwei Ebenen. Joseph Trafton dirigiert im Orchestergraben das filigran spielende Ensemble Musikfabrik, Co-Dirigent Taepyeong Kwak, verborgen hinter meterhoch aufgetürmten Stühlen, die nie benutzt werden, leitet auf der Bühne das klangschön musizierende, vor einem riesigen Spiegel postierte Philharmonische Orchester Hagen. Ein triftiges Bild, zeigt doch jener Spiegel, in den die Protagonistinnen und Protagonisten in «Tri Sestry» schauen, ihnen allen nicht unbedingt die Sahneseite ihrer Existenz. Eher das Gegenteil. Trafton und ...

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Opernwelt Juni 2023
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Jürgen Otten

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Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
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Heimlich E-Mails und sonstige Textnachrichten schreiben.

Welche Oper halten Sie für überschätzt?
Keine. Das ist immer eine Frage der Interpretation.

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