Wahlverwandt
Seine genial simplen Klavierstücke, zumal die «Gymnopédies» und «Gnossiennes», kennt alle Welt. Unzählige Aufnahmen dokumentieren die zeitlose Popularität dieser aus der Zeit gefallenen Fingerübungen. Weniger ist mehr und langsam schöner als schnell, hatte Erik Satie da, noch vor der Wende zum 20. Jahrhundert, mit jeder Note gesagt. Der donnernd-virtuosen Tastenzauberei, die damals aus den Pariser Salons und Konzertsälen drang, mit koketter Dilettantenattitüde eine Nase gedreht.
Trotz aller Hoffnung auf Anerkennung durch den bürgerlichen Musikbetrieb – seine Welt war eher die des Cabarets und der Cafés. Erstaunlich, dass die in dieser Sphäre entstandenen Lieder bis heute ausgeblendet blieben.
Dabei steckt in den leisen Miniaturen ein ironischer Esprit, der sich auch mehr als ein Jahrhundert nach den Pariser (Alltags-)Geschichten, auf die sie anspielen, noch vermittelt. Mit dem Bariton Holger Falk und dem komponierenden Pianisten Steffen Schleiermacher haben sich nun zwei Künstler sämtlicher Mélodies und Chansons angenommen, die deren köstlichen Witz in allen Facetten ausspinnen, jede der 41 Nummern in eine charmante, luftige Kostbarkeit verwandeln. Eine tour sentimentale zwischen ...
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Opernwelt April 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Albrecht Thiemann
Dieser Name: Johannes Nicolaus Graf de la Fontaine und d’Harnoncourt-Unverzagt. Er will so gar nicht passen zu dem Mann, der von der Titelseite dieses Heftes ins Weite schaut. Dass er aus einem alten österreichischen Adelsgeschlecht stammte, war ihm so gleichgültig wie alles, was nach Konvention und Etikette roch. Ausgebeulte Hose, Gummistiefel, ein viel zu großer...
Impressum
57. Jahrgang, Nr 4
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752288
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 09.03.2016
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Mitunter relativieren Opernausgrabungen ein wenig das Licht, in dem historisch benachbarte Giganten glänzen. Zu den verkannten Tonschöpfern gehört der böhmische Komponist Florian Leopold Gassmann. Ab 1763 als Nachfolger Christoph Willibald Glucks am Wiener Hof, war er hörbar ein Vorarbeiter Mozarts. Doch im Gegensatz zu den beiden Kollegen ist der fähige Gassmann...
