Wagner: Lohengrin

Leipzig

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Hätte man uns doch in Kindertagen für die Zinnsoldaten-Sammlung einen so elegant geschwungenen Boden aus hellen Dielen gebaut, wie ihn Hartmut Schörghofer dem Regisseur Steffen Pion­tek für seine «Lohengrin»-Inszenierung fugenlos verlegen ließ! Dann wären damals unsere liebevoll bunt bemalten Figuren so dekorativ zur Geltung gekommen wie jetzt der Männerchor der Leipziger Oper.

Wahlweise als stolze Wikinger im Bärenfell mit langer Mähne oder schmucke Spielzeugkrieger mit grünem Plastikschild gekleidet, durften die Mannen die erste Viertelstunde lang auch stimmlich eine geballte Ladung Testos­teron in den Zuschauerraum schießen.
Die Damen waren dagegen aus dem Mittelalter in die Neuzeit ge­beamt. Wo sonst hätten sie das elegant schimmernde Grau ihrer Roben für den ersten Akt käuflich erwerben können oder das für jede Figur kleidsame halbdurchsichtige weiße Regen-Cape über dem Spitzhut des Burgfräuleins für den zweiten? Vielleicht in einer ostasiatischen Metropole, deren diffus im Wasser gespiegelte abendliche Kulisse hier die altmodischen Wandelprospekte mit Uferlandschaften davor und danach ersetzte?
Immerhin spielten sich im zweiten Akt die spannendsten Szenen des Abends ab: vor ...

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Opernwelt Januar 2007
Rubrik: Kurz Berichtet, Seite 51
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
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