Vorwärts in die Vergangenheit
Robert Zemeckis Filmtrilogie «Back to the future» aus den 1980er-Jahren vermittelte ein melancholisches Gefühl der Heimatlosigkeit. Die Streifen spielten mit dem durch Zeitreisen verursachten Paradoxon: mit der zur Vergangenheit gewordenen Zukunft und einem Protagonisten, der sich zurückwünscht, um das Unwiderrufliche zu widerrufen.
In weit realistischerem und intensiverem Maße traf diese Konstellation auf jene Emigranten zu, die in den 1930er-Jahren vor den braunen Horden in die Vereinigten Staaten geflohen waren; in ihren Werken wandelten sie dieses «Zurück in die Zukunft» freilich meist um in ein «Vorwärts in die Vergangenheit». Robert Fürstenthal war einer von ihnen.
Nun ist Fürstenthal hierzulande kaum bekannt. Noch. Der 1920 in Wien Geborene, Spross einer jüdischen Familie, kehrte Österreich 1939 den Rücken und kam über England im Oktober 1940 nach New York. Später ließ er sich in San Francisco nieder, arbeitete für die Militärbehörden und als Wirtschaftsprüfer. Zwar hatte er schon als junger Mensch großes Interesse an Musik, komponierte bereits in Wien und sang privat vor allem Schuberts Lieder, blieb jedoch in jeder Hinsicht Autodidakt, als Sänger wie als Tonschöpfer. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Gerhard Persché
JUBILARE
Luigi Ernesto Alva y Talledo wurde am 10. April 1927 in Lima geboren. Nach ersten Gesangsstudien in seiner Heimat Peru bei Rosa Mercedes Ayarza ging er 1953 nach Mailand, wo er ein Jahr später als Alfredo in Verdis «La traviata» debütierte und in La Scuola di Canto an der Scala aufgenommen wurde. Der Durchbruch gelang ihm 1956 ebendort als Graf Almaviva...
Warum William Shakespeares «Wintermärchen» als Problemstück gilt, liegt auf der Hand: Es enthält Stoff für mindestens zwei Dramen. Das Erste geht so: Leontes, König von Sizilien, wirft in einem Anfall unbegründeter Eifersucht seine hochschwangere Frau Hermione ins Gefängnis, ihr Neugeborenes lässt er beiseiteschaffen. Zu spät bestätigt das Orakel von Delphi die...
Schon 2009 hatte das Label cpo seine Gesamtedition aller Brahms-Lieder mit der neunten Folge abgeschlossen. Jetzt erscheinen, quasi als später Nachtrag – die Aufnahmen entstanden bereits in den Jahren 1997 bis 2003 –, noch sämtliche Duette und Vokalquartette: insgesamt 12 Opusnummern mit zusammen 80 Liedern. Populär davon sind eigentlich nur die...
