Vorwärts in die Vergangenheit
Robert Zemeckis Filmtrilogie «Back to the future» aus den 1980er-Jahren vermittelte ein melancholisches Gefühl der Heimatlosigkeit. Die Streifen spielten mit dem durch Zeitreisen verursachten Paradoxon: mit der zur Vergangenheit gewordenen Zukunft und einem Protagonisten, der sich zurückwünscht, um das Unwiderrufliche zu widerrufen.
In weit realistischerem und intensiverem Maße traf diese Konstellation auf jene Emigranten zu, die in den 1930er-Jahren vor den braunen Horden in die Vereinigten Staaten geflohen waren; in ihren Werken wandelten sie dieses «Zurück in die Zukunft» freilich meist um in ein «Vorwärts in die Vergangenheit». Robert Fürstenthal war einer von ihnen.
Nun ist Fürstenthal hierzulande kaum bekannt. Noch. Der 1920 in Wien Geborene, Spross einer jüdischen Familie, kehrte Österreich 1939 den Rücken und kam über England im Oktober 1940 nach New York. Später ließ er sich in San Francisco nieder, arbeitete für die Militärbehörden und als Wirtschaftsprüfer. Zwar hatte er schon als junger Mensch großes Interesse an Musik, komponierte bereits in Wien und sang privat vor allem Schuberts Lieder, blieb jedoch in jeder Hinsicht Autodidakt, als Sänger wie als Tonschöpfer. ...
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Opernwelt April 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Gerhard Persché
Den Biedermann gibt’s immer und überall. Max Frisch karikierte in ihm nach dem Zweiten Weltkrieg mit einem Hörspiel und einer Komödie den saturierten Bürger. Ein halbes Jahrhundert später machte der 1978 in Prag geborene und in Wien lebende Komponist Šimon Voseček daraus eine kleine, handliche Oper, die – 2013 im Wiener Semperdepot uraufgeführt und 2015 in...
Dass Musik der Stille entspringt, dass Töne und Geräusche der Stille bedürfen, um Wirkung zu entfalten, ist eine Binsenweisheit. Doch bei wenigen Komponisten unserer Zeit wird sie gleichsam zum Äther des Klanggeschehens. Zu einer Art Nährstoff, der jede Schwingung, jede Schwebung durchdringt. Zu einer Kraft, die dem Unerhörten, dem Unaussprechlichen Form und...
Die Nachtseiten des Daseins, Melancholie, Schmerz und Tod sind die Themen, um die die Musik des österreichischen Komponisten Georg Friedrich Haas kreist – nicht zuletzt die in Zusammenarbeit mit seinem Landsmann Händl Klaus zwischen 2011 und 2016 für die Schwetzinger Festspiele entstandene Opern-Trilogie «Bluthaus», «Thomas» und «Koma». Auch das im November 2015 an...
