Vorgeschoben
Die endgültige Erkenntnis liefert nach erfolgter Lektüre der Blick ins Register: «Stockhausen, Karlheinz» findet sich da als Eintrag. Das allein lässt aufmerken, und es folgen gar nicht einmal so viele Seitenzahlen, bedenkt man, dass der Untertitel des Buches «Mein Leben mit Karlheinz Stockhausen» lautet und der Titel ein Zitat des Komponisten ist. «Sein Kopf war im Traum wie eine Note im System der Notenlinien gefangen gewesen, und er hatte große Mühe mit dem Versuch der Befreiung», berichtet Mary Bauermeister von einem Alptraum Stockhausens aus den frühen 1960erJahren.
Mary Bauermeister hat mit Karlheinz Stockhausen zusammengelebt. Zuerst in einer Dreierbeziehung mit seiner ersten Ehefrau Doris, dann – von 1967 bis 1973 – als seine zweite Frau und Mutter seiner Kinder Julika und Simon. Sie hat mit ihm die Welt bereist: Südfrankreich, Sizilien, Finnland, Japan, Südafrika, Nordamerika. Ist mit ihm gemeinsam großen Künstlerpersönlichkeiten begegnet: Leonard Bernstein, Marc Chagall, Joan Miró, Max Ernst, René Magritte. Hat die Entstehung wichtiger Werke hautnah miterlebt und durchaus auch beeinflusst: «Momente», «Hymnen», «Fresco», die Anfänge des «Licht»-Zyklus. Davon berichtet sie ...
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Opernwelt Februar 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Bücher, Seite 27
von Jörg Hillebrand
Das konnte nur anders, nur besser werden. Der Blick ins Archiv ruft geradezu grauslige Erinnerungen wach. 1971/72: erst Wagners «Tristan», vom einst großen Titelsänger Wolfgang Windgassen als Regisseur schmählich vertan, dann Gounods «Roméo et Juliette», auf der Szene desaströs vermurkst. Beide Male mit einem älteren Kapellmeister am Pult, der den Geist der Werke...
An der Final-Frage hatten auch die Münchner zu beißen. Franco Alfanos nachkomponiertes «Turandot»-Ende komplett oder (wie fast immer) gekürzt? Oder doch die Version von Luciano Berio aus dem Jahr 2002? Bayerns Staatsoper versuchte es immerhin während der Proben. Carlus Padrissa inszenierte die letzten zehn Minuten nach der Alfano-Digest-Variante – und man...
Wenn Madame hereingeschoben wird, ist die Wuppertaler Opernbühne schon fast voll. Knapp unter der Portalkante schwebt ihr zierlicher Kopf, ragt gerade noch sichtbar aus der tiefblauen Riesenrobe heraus, die ihr die Aura einer fernen Königin der Nacht verleiht. Doch diese wunderliche Majestät wünscht niemandem der Hölle Rache an den Hals, sie erzählt vielmehr eine...
