Vordergründig

Strauss: Salome
Köln | Oper | Staatenhaus

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Sie sehen alle fast gleich aus: blond, hübsche Kleidchen, den Kopf gesenkt. Immer wieder kommt einer aus des Herodes Partygesellschaft und holt sich eines der vermutlich sehr jungen Mädchen. So ist das in dieser Welt. Salome aber, von Ingela Brimberg souverän, ganz ohne falsche Kleinmädchentöne vorgestellt, ist groß da, wo sie groß sein muss, wenn sie «Du wolltest mich nicht deinen Mund küssen lassen» über alle Klangwogen hinwegfliegen lässt. Salome ist hier eine erwachsene, reife Frau. Nicht nur, weil die Sängerin es ist.

Auch, weil der amerikanische Regisseur Ted Huffman das Stück so sieht. Keine peinlichen Schleiertänzchen also. Übrigens auch kein abgetrennter Prophetenkopf am Ende.

Wir blicken in die schwindelnde Tiefe eines kalten, riesenhaften Foyers totalitärer Macht, das Ben Baur in die Messehalle des Staatenhauses gebaut hat. Sehr weit hinten ein Holztor; wenn es aufgeht, gähnt dahinter schwarzes Nichts. Von dort tönen die von Kostas Smoriginas prachtvoll vorgetragenen Reden des gefangenen Propheten. Rechts führen Stufen auf ein Seitenplateau. Hier kann man François-Xavier Roth, den gerade und zum großen Glück der Kölner verlängerten Gürzenich-Kapellmeister, suggestiv ...

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Opernwelt Dezember 2018
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Holger Noltze

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