Von wegen Provinz!
Wieder am 9. Juni in Hildesheim: Busonis «Faust».
Zum Schluss lässt Werner Seitzer es noch einmal richtig krachen. Das steht ihm zu, wenn er nach 33 Jahren am Hildesheimer Theater jetzt in den Ruhestand geht. Aber weil Seitzer ein Kapellmeister der guten alten Schule ist, heißt das natürlich nicht, dass er eine Show abzieht. Dafür ist am Theater für Niedersachsen (TfN) eine eigene Musical-Company zuständig. Aber in seiner letzten Spielzeit als GMD und Operndirektor hat er noch einmal tief hineingelangt in den deutschen Bildungskanon.
Hat mit «Don Giovanni» begonnen, sich zwar – realitätsbewusst – Pfitzners «Palestrina» verkniffen, aber immerhin die Vorspiele zu den drei Akten in einem Symphoniekonzert untergebracht und mit Busonis «Doktor Faust» den Schlusspunkt gesetzt.
Diese regelmäßig reanimierte und doch nie andauernd repertoirefähige «Faust»-Vertonung ist für das TfN, das vor zehn Jahren aus dem Stadttheater Hildesheim und der Landesbühne Hannover hervorging, eigentlich mindestens eine Nummer zu groß. Schon Busonis Bläserbesetzung ist fast so umfänglich wie das D-Orchester, in dem von 31 Planstellen derzeit vier vakant sind. Also füllt man mit Gästen und Aushilfen auf, was immer in den (überschaubaren) Orchestergraben passt. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Magazin, Seite 83
von Rainer Wagner
Wir stellen uns die Szene vor. Ein Mensch, einsam beschwert, in der Natur. Schwere Wolken über ihm, neben ihm, in ihm. Er weiß, die Wanderung, die er antritt, wird ihn auf eine Straße bringen, «die noch keiner ging zurück». Und so marschiert er los, ein Riesengepäck auf seiner Seele – aber auf samtenem Klangpfade. Bereits die ersten silbrig-verhangenen Töne der...
Kriegsspiele haben Tradition. Auf Holzsoldaten folgten Zinnfiguren, dann kamen Armeen aus Kunststoff, bevor Spielzeugblaster und Ego-Shooter für den bislang letzten Evolutionssprung des homo ludens sorgten. Es gibt aber auch ziemlich intellektuelle Formen der Kriegsspielerei: Die eine heißt Schach, die andere Regietheater. Friedensbewegte Zeitgenossen meinen,...
Georg Friedrich Händel
Seine Opern und Oratorien erfreuen sich seit Langem größter Beliebtheit – sowohl bei Regisseuren, Ausstattern und Dirigenten als auch beim Publikum. So auch jetzt wieder. Wohin das Auge blickt – Händel! In Göttingen, Halle an der Saale und in Salzburg
Claus Guth
Seine Inszenierungen werden, von Monteverdi bis Strauss, vor allem ihrer...
