Von vielen Musen geküsst

Salome Kammer durchstreift die Musikgeschichte auf Nebenwegen

Opernwelt - Logo

Auf ihrer Website stellt sie sich als Stimmsolistin, Schauspielerin, Sängerin und Cellistin vor. Salome Kammer hat diese Reihenfolge zweifellos bewusst gewählt. Dass die Vokalkunst, der experimentelle Einsatz der Stimme an erster Stelle steht, ergibt sich aus der Laufbahn dieser von vielen Musen geküssten Klangrednerin, die aus einem kinderreichen hessischen Pfarrhaus stammt und mit dem Film- und Fernsehregisseur Edgar Reitz (in dessen «Heimat»-Epos sie als Clarissa auftrat) in München lebt.

Noch vor dem Abschluss des Musikstudiums wurde Salome Kammer ans Theater Heidelberg engagiert, wo sie fünf Jahre lang als festes Mitglied des Ensembles zwischen Schauspiel, Operette und Musical pendelte. Schon damals, vor bald einem Vierteljahrhundert, konnte sie mit den Genrerastern und Stimmschubladen nicht viel anfangen, auf die sich der (klassische) Musikbetrieb stützt(e). Sie spürte, dass ihre Neugier und ihr Talent ausreichten, um höchst unterschiedliche Bereiche zu erkunden: Vom Kabarett bis zur Performance, vom Lyrikabend bis zum Jazz-Gig, vom Chanson bis zum zeitgenössischen Lied hat Salome Kammer seitdem alles gemacht, was ihr liegt und was ihr gefällt. Mit durchschlagender Wirkung. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2009
Rubrik: Medien/CDs, Seite 28
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Opera Americana

Als Team haben sie längst Operngeschichte geschrieben: Ähnlich wie beim Gespann Strauss/Hofmannsthal scheint auch zwischen Peter Sellars und John Adams jene Alchemie zu existieren, die die Grenzen zwischen Libretto und Komposition aufhebt und jedes Werk zum Produkt eines gemeinsamen schöpferischen Prozesses macht. Weder wären Sellars’ Texte ohne die Vorstellung von...

Zur Liebe verdammt

Ein magischer Ort. Richard Wagner beschreibt ihn in seiner Autobiografie «Mein Leben» eher unverfänglich: «Wir waren uns jetzt durch die unmittelbare, eigentlich ländliche Nachbarschaft so nah gerückt, dass eine starke Vermehrung der Beziehungen bloß durch die einfache tägliche Berührung nicht ausbleiben konnte.» Sic! Wer sich heute in Zürich auf die Suche nach...

Friedhof der Gefühle

Wie wenig sich die Zeiten ändern! 1992, als die Scala-Saison ebenfalls mit «Don Carlo» eröffnet wurde, habe vier Tage «Weltuntergangsstimmung» geherrscht und eine «nationale Identitäskrise» gedroht, berichtete Gabor Halasz damals in «Opernwelt» (siehe OW 2/1993). Der Grund: Luciano Pavarotti war grausam ausgepfiffen worden, weil er das hohe «H» nicht einwandfrei...