Von Mozart über Martinu bis Muhly
Vor zehn Jahren hat er sie gegründet. Und innerhalb dieses Zeitraums zu einer der ersten Adressen des New Yorker Opernlebens gemacht. Dass die Gotham Chamber Opera heute als eine grundsolide, aber auch «schicke» Schaufenster-Company wahrgenommen wird, verdankt sie vor allem ihrem «Vater» und Künstlerischen Leiter Neal Goren. Der verfügt über ausgezeichnete Kontakte zu den Machern und Entscheidungsträgern der Stadt. Und hat es so geschafft, ganz unterschiedliche Publikumsschichten für das ehrgeizige, oft innovative Programm zu begeistern.
Eine oder zwei größere Produktionen kann der studierte Pianist und Dirigent jedes Jahr präsentieren. Und weil er bei der Auswahl der Künstler eine gute Nase hat, werden die Aufführungen von der Kritik meist hoch gelobt. Der Schwerpunkt des vom Barock bis zu Zeitgenössischem gespannten Repertoires liegt auf Raritäten, etwa auf Werken aus opernhistorisch peripheren Ländern (unter anderem Stücke des Böhmen Bohuslav Martinu, des Argentiniers Astor Piazzolla und des Schweizers Heinrich Sutermeister). Während die Zukunft der New York City Opera in den Sternen steht, ist die Gotham Chamber Opera mittlerweile eine feste Größe, wenn es um ein intelligentes ...
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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Magazin, Seite 68
von David Shengold
Gerade noch hatte Deborah Warner für ihre radikal-moderne Lesart von Richard Brinsley Sheridans 1777 uraufgeführter Sittenkomödie «The School for Scandal» («Die Lästerschule») von der Londoner Kritik Prügel bezogen. Auch als Opernregisseurin hat Warner sich einen Ruf als zeitgenössische Deuterin bekannter Stücke erworben – mit ihrem «Don Giovanni» und «Fidelio» in...
Tapsig sucht Hermann, ein Bär von einem Mann, sich dem Ballett mit ein paar Tanzschritten anzubiedern. Klar, dass das schiefgeht und der Sonderling von der hasenohrigen Petersburger Gesellschaft mit beißendem Spott übergossen wird. Da dreht er durch: «Ihr seid wohl verrückt geworden, mit eurem ganzen Scheißgeld so eine bescheuerte Musik zu machen: ‹Die standhafte...
Ginge es bei der Verteilung von Nachruhm gerecht zu, müsste Francesco Cavalli seinen Ehrentitel zur Hälfte einem anderen abtreten: Denn die Bezeichnung eines «Shakespeare der Opernbühne» beweist eigentlich schon per se, dass die Stellung des 1602 geborenen Venezianers als bedeutendster italienischer Opernkomponist zwischen Monteverdi und Alessandro Scarlatti nicht...
