Von Kälte zu Frost

Schwetzingen, Kraus: Proserpina, Sciarrino: Da gelo a gelo

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Mit der «Proserpina» des erst in den 1990er-Jahren wiederentdeckten deutsch-schwedischen Komponisten und Mozart-Zeitgenossen Joseph Martin Kraus sowie der Uraufführung von Salvatore Sciarrinos jüngster Oper «Kälte» («Da gelo a gelo») hat sich Schwetzingen einmal mehr zu seiner Vorliebe für das Ausgefallene und Aparte bekannt. Beide Male wurde der Mut zum Risiko belohnt.

Der Abschluss von Sciarrinos Schwetzinger Trilogie – nach «Luci mie traditrici» (1998) und «Macbeth» (2002) war «Kälte» die dritte Uraufführung im Rokokotheater – bescherte einen faszinierenden Abend, und Kraus’ «Proserpina» brachte die Begegnung mit einem Musikdramatiker, der die Konkurrenz zu Gluck nicht nur gesucht, sondern auch bestanden hat.
Was immer sich gegen die verquere Dramaturgie von Kraus’ allegorisch-mythologischem Einakter um den Geschlechterkampf zwischen Ober- und Unterwelt sagen lässt: Die bis auf das lieto fine hochoriginelle Musik wischt alle Einwände gegen das steife Libretto des Stockholmer Poeten Johan Henrik Kellgren beiseite. Die großen Chorszenen, die die Klagen der Ceres über ihre von Pluto in die Unterwelt entführte Tochter Proserpina begleiten, halten den Vergleich mit Glucks «Orfeo» aus. ...

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Opernwelt Juli 2006
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Uwe Schweikert

Vergriffen
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