Klingende Liebeskasuistik

Zur konzertanten Uraufführung von Gérard Pessons «Pastorale» in Stuttgart

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Eine Oper ohne Szene ist wie eine Hochzeit ohne Braut. Was man sonst aus Ita­lien oder Paris kennt, feierte in Deutschland seine Premiere: der streikbedingte Ausfall einer Uraufführung. Die Uneinsichtigkeit der Dienstleistungsgesellschaft Verdi, die mit dem Komponisten gleichen Namens nur die Dickköpfigkeit verbindet, hat dazu geführt, dass die Uraufführung von Gérard Pessons Oper «Pastorale» im Stuttgarter Opernhaus nur konzertant stattfinden konnte.

Mehr als dreitausend Arbeitsstunden gingen seit Februar in den Theaterwerkstätten verloren, so dass die geplante Ausstattung (Regie: Paul Curran, Bühnenbild: Kevin Knight) nicht fertig gestellt werden konnte. «Eine gnadenlose Nieder­lage», wie Intendant Klaus Zehelein zu Recht betonte – Niederlage nicht nur für die Kunst, sondern, bei allem Verständnis für die berechtigten Interessen ihrer Mitglieder, auch für die Gewerkschaft, zumindest für deren Streikleitung vor Ort. Theater sind keine profit­orientierten Unternehmen und damit das ungeeignetste Ziel für einen Streik, der alle – Künstler, Besucher, aber auch die Bühnenarbeiter selbst – in Mitleidenschaft zieht.
Man hat in Stuttgart aus der Not eine Tugend gemacht – mit einer ...

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Opernwelt Juli 2006
Rubrik: Magazin, Seite 21
von Uwe Schweikert

Vergriffen
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