Vom Glück erschlagen

Henze: Der Prinz von Homburg an der Oper Frankfurt

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Einen «märkischen Hamlet» nannte Hans Werner Henze den Prinzen Friedrich von Homburg und fasste damit auf seine Weise den ganz eigentümlichen Charakter von Kleists Bühnenfigur zusammen: sensibel bis an die Grenze zur Lebensuntauglichkeit, umgeben aber von einem Preußentum, das nach absolut verlässlicher Funktion verlangt. Ein Träumer und Empfindsamer ist dieser Offizier, dann aber auch wieder einer, dem das Temperament überschießt, dem auch die Lust am Ruhm nicht fremd ist. Dann übertritt er Befehle der Vorgesetzten und sprengt auf eigene Faust in die Schlacht.

Im Falle der Schlacht von Fehrbellin gegen die Schweden mit hartem Ende: Das Kriegsgericht verurteilt den Eigenmächtigen wegen Befehlsverweigerung, es droht die Erschießung.

Was nun folgt, könnte man in Anlehnung an den Begriff «Entwicklungsroman» ein «Entwicklungsdrama» nennen: Durch die Erfahrung tiefer Todesfurcht gegangen, erkennt der Prinz – ein Individualist –, wie sehr er auf eine Gesellschaft angewiesen ist, deren Hierarchie er sich unterordnen möchte. Er stimmt seinem eigenen Todesurteil zu und wird gerade dafür mit dem Leben beschenkt: Der Prinz hat sich als tauglich erwiesen für ein Umfeld, das sich seinerseits ...

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Opernwelt November 2024
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Clemens Haustein

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