Volkstheater Rostock
Das Gezerre um die Zukunft geht in die nächste Runde. Und es deutet alles darauf hin, dass Sewan Latchinian, der streitbare Intendant des Volkstheaters Rostock, seinen Kampf um die Erhaltung aller vier Sparten verloren hat. Bürgermeister Roland Methling (parteilos) und Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Kulturminister Mathias Brodkorb haben sich durchgesetzt: Schauspiel und Ballett sollen abgewickelt, nur das Orchester und Musiktheaterensemble erhalten bleiben.
Der Masterplan für die Schrumpfung zum Opernhaus stammt offenbar von Geschäftsführer Stefan Rosinski, der zum Ende der aktuellen Spielzeit eigentlich nach Halle wechseln will. Nun werden die Karten neu gemischt. Mit Rosinski, dem Ex-Chef der Berliner Opernstiftung, als neuem Intendanten? Die Aussicht, dass der überfällige Neubau nach jahrzehntelanger Diskussion demnächst konkrete Gestalt annehmen könnte, dürfte einen gewissen Reiz ausüben – zumal das Land dafür 25 Millionen Euro plus Kredithilfen versprochen hat. Derweil hat sich Sewan Latchinian erst einmal krank gemeldet (Stand: Anfang März). Für vier Wochen. Mindestens. Das Belcanto-Fest mit Rossinis «Maometto II» und «Ermione» (szenische Erstaufführung in Deutschland!) – für ...
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Opernwelt April 2016
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Albrecht Thiemann
Trotz Nellie Melba und Joan Sutherland gilt das Land der Kängurus und Koalas in Europa nicht gerade als Eldorado des Musiktheaters. Die Fähigkeiten der Pinchgut Opera aber dürften sich inzwischen herumgesprochen haben: Die private Kompanie präsentiert seit ihrer Gründung 2002 alljährlich die vollszenische Produktion einer Oper aus dem 18. Jahrhundert und stützt...
Henry Purcells «Indian Queen» ist ein Fragment. Nicht, weil der Komponist diese Form kultivieren wollte, sondern weil er, ein Frühvollendeter wie Mozart, vor der Zeit starb. Auf jeden Fall trägt, was von diesem Stück erhalten blieb, keinen ganzen Abend, allenfalls fünfzig Minuten Musik sind überliefert. Also stutzten wir, als wir die Hülle dieses Mitschnitts aus...
Einer Ihrer Kollegen sagte einmal, 79, 80, 81, das sei ihm eigentlich egal.
Mir nicht. Am liebsten wäre mir 39, meinetwegen 49.
Sie haben, so schilderten Sie es einmal, früher am Pult wilde Bewegungen vollführt. Wann legt man das ab?
Mein Wiener Lehrer Hans Swarowsky hat mich einmal bei der «Kleinen Nachtmusik» beobachtet und gefragt: «Was machen Sie eigentlich, wenn...
