Volkstheater Rostock
Das Gezerre um die Zukunft geht in die nächste Runde. Und es deutet alles darauf hin, dass Sewan Latchinian, der streitbare Intendant des Volkstheaters Rostock, seinen Kampf um die Erhaltung aller vier Sparten verloren hat. Bürgermeister Roland Methling (parteilos) und Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Kulturminister Mathias Brodkorb haben sich durchgesetzt: Schauspiel und Ballett sollen abgewickelt, nur das Orchester und Musiktheaterensemble erhalten bleiben.
Der Masterplan für die Schrumpfung zum Opernhaus stammt offenbar von Geschäftsführer Stefan Rosinski, der zum Ende der aktuellen Spielzeit eigentlich nach Halle wechseln will. Nun werden die Karten neu gemischt. Mit Rosinski, dem Ex-Chef der Berliner Opernstiftung, als neuem Intendanten? Die Aussicht, dass der überfällige Neubau nach jahrzehntelanger Diskussion demnächst konkrete Gestalt annehmen könnte, dürfte einen gewissen Reiz ausüben – zumal das Land dafür 25 Millionen Euro plus Kredithilfen versprochen hat. Derweil hat sich Sewan Latchinian erst einmal krank gemeldet (Stand: Anfang März). Für vier Wochen. Mindestens. Das Belcanto-Fest mit Rossinis «Maometto II» und «Ermione» (szenische Erstaufführung in Deutschland!) – für ...
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Opernwelt April 2016
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Albrecht Thiemann
Hildegard Knef sang einst das Lied von einem, der nie ein Kavalier bei den Damen war, doch dafür ein Mann, und Polly Peachum gibt im Barbara-Song der «Dreigroschenoper» ähnlich Machogläubiges von sich. Häufig scheinen Mädchen aus gutem Hause sich Außenseitern an den Hals zu werfen, weil diese vermeintlich die interessanteren Männer sind. Ob man damit freilich...
Der Untergang des Dogen Foscari sei eine Metapher für den Verfall der Stadt Venedig – so ließ sich Regisseur Alvis Hermanis über sein neuestes Projekt vernehmen. Interessantes Konzept. Wenn sich da nicht eine historische Unstimmigkeit eingeschlichen hätte: «I due Foscari» spielt im Jahre 1457. Zu diesem Zeitpunkt aber stand Venedig noch auf der Höhe seiner...
Furien sind grausam und launisch. Die der Ausmerzung scheint zudem vergesslich. Manch fälligen Richtspruch versäumt sie aus Schlamperei, manch anderes aus Schussligkeit. Ach ja, da gab es doch dieses kleine Meisterwerk «La Dame blanche» des liebenswürdigen François-Adrien Boieldieu, ein funkelndes Juwel der Opéra Comique? Auch in deutschen Landen bekannt und...
