Chapeau!

Auch mit ihrer neuesten Einspielung überzeugt die australische Pinchgut Opera: Glucks «Iphigénie en Tauride»

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Trotz Nellie Melba und Joan Sutherland gilt das Land der Kängurus und Koalas in Europa nicht gerade als Eldorado des Musiktheaters. Die Fähigkeiten der Pinchgut Opera aber dürften sich inzwischen herumgesprochen haben: Die private Kompanie präsentiert seit ihrer Gründung 2002 alljährlich die vollszenische Produktion einer Oper aus dem 18. Jahrhundert und stützt sich dabei auf das unter der inspirierenden Leitung Antony Walkers kompetent und klangvoll auf historischen Instrumenten spielende Orchestra of the Antipodes.



Schon nach wenigen Minuten sind wir gebannt vom musikalischen Drive und dramatischen Atem dieser Live-Aufnahme von Glucks letzter Reformoper «Iphigénie en Tauride» (siehe auch OW 2/2015). Walker akzentuiert die ausdrucksstarke Gebärdensprache von Glucks klassizistischer Größe. Gleich in der einleitenden Sturmszene zeigt er, wie vollblütig, ja theatralisch er diese strenge Musik zu verlebendigen versteht. Er findet aber auch Zugang zur sublimen Empfindsamkeit und herben Menschlichkeit, die unter der Oberfläche dieses Dramas glühen. Nicht zuletzt weiß er die Rezitative mit Spannung zu erfüllen. Dabei kann er sich, neben dem präzise und klangschön agierenden Cantillation ...

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Opernwelt April 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Uwe Schweikert

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