Vive la fatalité!

Kalauer, Karnevalsklamauk und ein geschasster Kontrabass: Wie Köln sich für den 200. Geburtstag Jacques Offenbachs warmläuft

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Wie soll man dem fortschreitenden Irrsinn im gegenwärtigen Weltgeschehen mit musiktheatralischen Mitteln beikommen? Mit hochdepressiven Stücken wie, sagen wir,  Janáčeks «Totenhaus» oder Dallapiccolas «Prigioniero»? Es gibt eine viel wirkungsvollere Methode, denn, ach ja, da war doch mal ein Komponist, der in ähnlich krisengeschwängerter Zeit mit Witz und Aberwitz das Gebaren der Mächtigen als lächerliche Wichtigtuerei entlarvte, Moralisierer mit frivolem Raffinement entwaffnete und selbst noch im bizarrsten Bühnentumult wunderbare Inseln der Innigkeit zu schaffen wusste.

Es musste erst mal wieder ein «runder Geburtstag» her, damit man sich daran erinnert, dass Jacques Offenbach mehr als Barcarole, Cancan und den Spielplan-Dauerbrenner «Les contes d’Hoffmann» komponiert hat. Seine Geburtstadt Köln fühlt sich jetzt besonders herausgefordert, mit einem aufwendigen Neujahrskonzert des Gürzenich-Orchesters hat sie ein veritables Offenbach-Jahr eröffnet. Für dessen Abwicklung war sogar eigens eine Offenbach-Gesellschaft gegründet worden. Um den 200. Geburtstag am 20. Juni wird dann, man glaubt es kaum, auch die ewige Baustelle des Kölner Opernhauses am Offenbach-Platz bespielt – mit ...

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Opernwelt Februar 2019
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Josef Oehrlein

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