Konventionell
Dass die wohl berühmteste Theaterliebesgeschichte nicht gut ausgeht, die gerade erst sich anbahnende Mesalliance zwischen Romeo und Julia, ist eigentlich sattsam bekannt. Doch selbst wer Shakespeares berühmtes Drama nicht kennt oder Bernsteins geniale Musical-Version und auch nicht die zahlreichen Verfilmungen, merkt in Aachen schon, wenn der Vorhang sich hebt, dass dieser Abend böse enden wird.
Bühnenbildnerin Elisabeth Pedross hat in die Rückwand des bröckelnden Palazzos, der ebenso gut eine Kirchenruine sein könnte, ein riesiges Loch gerissen, das hinter der zunächst eifrig kreisenden Drehbühne gähnt. Julias Balkon ragt links wie eine Kanzel ins Geschehen, die rückwärtige Öffnung dient reibungslosen Chorauftritten; rechts haust in einer Art Verschlag ein E-Bass-Barde, der sich später als Bruder Laurent entpuppt (markant, mit sonorer Basstiefe: Woong-jo Choi).
Hausregisseurin Ewa Teilmans verlegt Gounods Oper in eine unbestimmte Zeit; Andreas Beckers Kostüme kombinieren nostalgischen Maskenball-Pomp und Tunten-Chic mit heutiger Alltagsmode – der pittoreske Bühnenrahmen lässt Gegenwärtigkeit allerdings nicht aufkommen. Teilmans buchstabiert das bei Gounod sich nur langsam ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2019
Rubrik: Panorama, Seite 28
von Regine Müller
Das Unheil kündigt sich mit leisen, beinahe zarten Klängen an. Kaum merklich schickt die Tuba dunkle Töne aus der Tiefe des groß besetzten Orchesters. Es stimmt etwas nicht mit diesem Fluss, der da erhaben, in bühnenbreiten Video-Bildern (Arian Andiel) strömt. Bald schieben sich Bläser bedrohlich vor, knistern Dissonanzen, und aus dem Off dringen die Geräusche...
Eine Oper über Karl Marx? Er sei, so Jonathan Dove im Programmheft, augenblicklich fasziniert gewesen, als ihm der Regisseur Jürgen R. Weber ein solches Projekt vorgestellt habe. Flugs steckten beide die Köpfe zusammen und zogen den Librettisten Charles Hart hinzu, um es in die Tat umzusetzen. Eines war den beteiligten Herren klar: Es wäre vermessen, Vita und Werk...
Diese Übersicht bietet eine Auswahl der für Februar 2019 angekündigten Musiktheater- und Opernpremieren. Informationen zu Wiederaufnahmen und Repertoirevorstellungen finden Sie auf den Websites der Häuser. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es online unter diesem Link:
www.der-theaterverlag.de/serviceseiten/theaterlinks/
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B...
