Vielstimmig

In der letzten Spielzeit von Andrea Palent denken die Potsdamer Musikfestspiele über Europa nach

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In der Krise schärft sich das Bewusstsein fürs Eigene, auch in Europa: Nichts ist mehr selbstverständlich, Autokraten von Außen und Rechtspopulisten von Innen arbeiten an der Zerstörung der Union. Zugleich sind die Europäer – früher durch koloniale Ausbeutung, heute durch unfaire Handelsverträge – mitschuldig daran, dass die Situation in vielen Ländern desolat ist, Millionen Flüchtlinge ihre Heimat verlassen und in der EU Schutz suchen.

Wenn die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci dieses Jahr unter dem Motto «Europa» standen, so steht diese Wahl auch für den Versuch, die Zeichen einer komplexen Zeit zu lesen.

Was zeichnet den Kontinent vor allem aus? Eine hohe Dichte aller Lebensbereiche, Vielfalt auf vergleichsweise engem Raum: topografisch, sprachlich, kulinarisch, modisch – und musikalisch. In 35 Konzerten standen Madrigale und steirische Jodelklänge auf dem Programm, Wiener Walzer, Musik der Sinti und Roma, Skaldengesänge der Wikinger, Jazz aus Istanbul, auch russische und amerikanische Musik – schließlich entschieden die alliierten Siegermächte auf Schloss Cecilienhof in Potsdam über die Nachkriegsordnung.

Wie auch auf Schloss Sanssouci, wo Friedrich II. herrschte und wo er ...

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Opernwelt August 2018
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Udo Badelt

Vergriffen
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