Geschmackssache
Im Zuge der Wiederentdeckung großer Opernkomponisten des 18. Jahrhunderts hat auch Johann Adolf Hasse, einer der erfolgreichsten und produktivsten unter ihnen, neue Beachtung gefunden. Gesamtaufnahmen seiner Opern sind zwar noch Mangelware, Ausschnitte aus seinen Werken fehlen aber auf kaum einer der einschlägigen Arien-CDs der letzten Jahre.
Die italienische Mezzosopranistin Elena De Simone hat ein ganzes Album mit Opernmusik Hasses herausgebracht und demonstriert darauf eine gute Stunde lang, dass diese Musik einer Sängerin ersten Ranges bedarf, um zur wahren Geltung zu gelangen.
De Simone gehört aber nicht einmal zu den Vokalisten der zweiten Reihe, so unzulänglich geht sie mit ihrer farb- und nuancenlosen Stimme um. Der schüttere Klang des solistisch besetzten Ensemble Il Mosaico macht die Sache nicht besser, Hasses Musik wirkt blass, wenn nicht langweilig.
Wie mitreißend Hasse klingen kann, zeigen die Sopranistin Nuria Rial und der schweizerische Blockflötist Maurice Steger mit einer Arie aus dessen «Didone abbandonata». Gemeinsam mit dem Kammerorchester Basel brennen sie auf «Baroque Twitter» ein wahres Feuerwerk ab. Der etwas bemüht modische Titel hat glücklicherweise ...
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