Viel Lärm um nichts

Tatjana Gürbaca inszeniert Gaetano Donizettis «Lucia di Lammermoor» in Zürich mit Geschick, Speranza Scappucci belebt die Partitur mit goldrichtig gezügelten Tempi und rhythmischer Präzision

Nichts gegen Tatjana Gürbaca, überhaupt nichts – aber vielleicht wäre «Lucia di Lammermoor», eine Sängeroper par excellence, doch genau das Richtige für eine konzertante oder bestenfalls eine halbszenische Aufführung. Die Bösen sind die Bösen, die Liebenden sind die Liebenden, das ist zu hören, dazu braucht es weder Blumenkranz noch Totschläger oder Morgenstern; nicht einmal Theaterblut wäre vonnöten. Indes, Gaetano Donizettis Oper ist nun mal eine Oper, und zu der gehört bekanntlich eine Bühne, weshalb ein Team von Bühnenkünstlerinnen und -künstlern verlangt wird.

Am Opernhaus Zürich, das – nach der fulminanten Eröffnung mit Mussorgskys «Boris Godunow» – die durch das Virus gründlich durcheinandergebrachte, wenn auch bewundernswert bewältigte Spielzeit mit «Lucia di Lammermoor» beschließt, waren drei Frauen am Werk, neben der Regisseurin noch die Kostümbildnerin Silke Willrett und die Dramaturgin Beate Breitenbach.

Stimmt nicht, es waren deren vier. Denn am Pult der Philharmonia Zürich stand Speranza Scappucci, die Dirigentin aus Rom, der zu Recht ein ausgezeichneter Ruf vorausgeht. Schon in der Einleitungsszene fielen jene goldrichtig gezügelten Tempi auf, die so unerhört ...

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Opernwelt August 2021
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Peter Hagmann

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