Verwüstungen der Liebe
«Die Schrecken der Oper sind süß», heißt es in Heiner Müllers «Quartett». Es war die Idee des Regisseurs Thomas Bischoff, zwischen Bartóks Einakter «Herzog Blaubarts Burg» und Schönbergs «Erwartung» eine Kurzversion von Heiner Müllers Schauspiel «Quartett» zu setzen und so den Reigen der Paare, der als knallbunter Werbefoto-Fries den Abend begleitet, bis in die Gegenwart zu verlängern. Im marionettenhaften Spiel dieser schwarzen Komödie sind die Geschlechterbeziehungen bis zur Kenntlichkeit freigelegt.
Wer einen Bruch befürchtete, wurde angenehm enttäuscht.
Bischoff hat aus Müllers Rededuell größere Passagen herausgebrochen und zu musikalischen Blöcken geordnet. Rock-Perkussionist FM Einheit hat die zu Rezitativen, Arien und Duetten arrangierten Textsegmente mit fetziger Live-Musik kontrastiert. Das war spannend zu hören, spannend zu sehen – etwa die beiden riesigen, vom Bühnenboden herabhängenden und wie ein Schlagzeug klingenden Federn. Diese für den normalen Opernbesucher sicher exotischen Klänge schufen eine ganz eigene Atmosphäre, die im Zusammenspiel mit den elektronisch verstärkten Stimmen der beiden Schauspielerinnen Anke Hartwig und Catherine Janke den zynisch-aggressiven ...
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