Verwüstungen der Liebe
«Die Schrecken der Oper sind süß», heißt es in Heiner Müllers «Quartett». Es war die Idee des Regisseurs Thomas Bischoff, zwischen Bartóks Einakter «Herzog Blaubarts Burg» und Schönbergs «Erwartung» eine Kurzversion von Heiner Müllers Schauspiel «Quartett» zu setzen und so den Reigen der Paare, der als knallbunter Werbefoto-Fries den Abend begleitet, bis in die Gegenwart zu verlängern. Im marionettenhaften Spiel dieser schwarzen Komödie sind die Geschlechterbeziehungen bis zur Kenntlichkeit freigelegt.
Wer einen Bruch befürchtete, wurde angenehm enttäuscht.
Bischoff hat aus Müllers Rededuell größere Passagen herausgebrochen und zu musikalischen Blöcken geordnet. Rock-Perkussionist FM Einheit hat die zu Rezitativen, Arien und Duetten arrangierten Textsegmente mit fetziger Live-Musik kontrastiert. Das war spannend zu hören, spannend zu sehen – etwa die beiden riesigen, vom Bühnenboden herabhängenden und wie ein Schlagzeug klingenden Federn. Diese für den normalen Opernbesucher sicher exotischen Klänge schufen eine ganz eigene Atmosphäre, die im Zusammenspiel mit den elektronisch verstärkten Stimmen der beiden Schauspielerinnen Anke Hartwig und Catherine Janke den zynisch-aggressiven ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
In der stattlichen Diskografie von Puccinis «Madama Butterfly» nehmen die Produktionen der EMI vordere Plätze ein. Fast unerreicht in ihrem unsentimentalen, fast schroffen Habitus ist Gianandrea Gavazzenis Mono-Einspielung von 1954 mit Victoria de los Angeles und Giuseppe di Stefano. Herbert von Karajans klangsinnlichere Version aus dem folgenden Jahr, mit Maria...
Mit ihrem Rosenkavalier werde die Musikwelt «stimmlich und darstellerisch auch in besonderen Fällen rechnen können», prophezeite die Grazer «Tagespost» am 9. November 1949 nach dem sensationellen Debüt der erst 25-jährigen Hertha Töpper im dortigen Opernhaus. Und in der Tat: Der Octavian wurde die zentrale, wurde die Schicksalspartie in der Karriere der...
Ein Symbol Berlins? Na klar, das Brandenburger Tor. Die Opernhäuser jedenfalls sind es nicht. Haben sie eine Chance, es jemals zu werden? Wie könnten sie dahin kommen? «Zwischen Aufbruch und Ärgernis» hieß ein Diskussionsabend am 16. Februar, zu dem «Opernwelt» gemeinsam mit der Stiftung Zukunft Berlin und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste eingeladen...
