Verwirrender Aktionismus
Angesichts der landauf, landab grassierenden «Ring»-Neuinszenierungen hat es eine jede immer schwerer, sich als unverwechselbar zu annoncieren. Die jüngste Gemeinschaftsproduktion des Pfalzbaus Ludwigshafen und der Oper Halle (zugleich mit dem «Ring»-Gewinn hat diese den Verlust ihres Kindertheaters zu verbuchen) versucht’s mit dem originalen Richard-Wagner-Aus- und Anspruch «ein Ring fuer’s Volk».
Das bedeutete bei der «Rheingold-Premiere in Ludwigshafen konkret: ein reiches Angebot von Fan-Artikeln einschließlich eines gesamtdeutschen Weinsortiments mit «Ring»-Signet am Verkaufstisch; Fototermin im Foyer für alle Besucher, die sich anschließend auf der «Ring»-Website sehen wollten; stark ermäßigte Preise für Schülergruppen.
Die beliebte und kassensichere Tetralogie ist ein Wunschprojekt des Dirigenten Karl-Heinz Steffens, der seit drei Jahren die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und die Staatskapelle Halle leitet. Eine offene Rechnung mit Wagner hat aber auch Hansgünther Heyme, der szenografische Partner, eine der namhaften deutschen Regiepersönlichkeiten der Generation von Stein, Zadek und Peymann. Um ihn war es stiller geworden, bis er vor sechs Jahren Intendant in ...
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Opernwelt Januar 2011
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Hans-Klaus Jungheinrich
Von den italienischen Komponisten, die sich im Schatten Verdis zu behaupten versuchten, ist einzig Amilcare Ponchielli im Gedächtnis der Nachwelt geblieben, und auch das nur mit einer einzigen Oper, «La Gioconda». Tüchtige Meister wie Filippo Marchetti, Carlo Coccia und Antonio Cagnoni, lange Zeit nicht einmal mehr dem Namen nach bekannt, sind erst in jüngster Zeit...
Trotz vier großer Bühnen war die mediale Außenwirkung der Pariser Opernhäuser bislang bescheiden. Die Produktionen von Bastille-Oper, Châtelet und Opéra Comique wurden nur sporadisch auf DVD festgehalten. Das 2009 gegründete Label fRA Musica scheint das jetzt ändern zu wollen. Nach einem erfolgreichen Start vor einigen Monaten mit Purcells «Dido» folgten mit der...
Marek Janowski ist in den sechziger Jahren im deutschen Stadttheater-System groß geworden. Über drei Jahrzehnte hat er an allen bedeutenden Bühnen der Welt gearbeitet. In den Neunzigern kehrte er ihnen im Zorn über den «Regiewahnsinn» den Rücken. Ganz konnte er als Theatermann und Wagner-Fan aber nicht von der Oper lassen. Mit konzertanten Aufführungen und...
