Vertan und versungen

Am Stadttheater Aschaffenburg nimmt eine Studentenproduktion die einzige Oper des einstigen Hofkapellmeisters Johann Franz Xaver Sterkel auseinander

Opernwelt - Logo

Die historische Aufführungspraxis hat sich inzwischen auch an den Musikhochschulen fest etabliert. Wichtig aber ist, dass die Studenten möglichst rasch auch in Ensembles miteinander zu spielen, in der Gruppe Phrasierungen und Dynamiken zu entwickeln lernen.

An der Münchner Musikhochschule leistet das seit 2014 die Accademia di Monaco, die Joachim Tschiedel, stellvertretender Leiter des Studiengangs Musiktheater an der Bayerischen Theaterakademie, und Mary Utiger, Professorin für Barockgeige an der Münchner Musikhochschule, gemeinsam gegründet haben: Studenten und junge Absolventen spielen mit Profi-Gästen zusammen, die eine «musikalische Patenschaft» übernehmen – als eine Art Schnarnier zwischen Studium und Beruf. Ein programmatischer Schwerpunkt liegt auf den Zeitgenossen und Weggefährten Mozarts. Die im Sommer erschienene erste CD «Arien für Nancy Storace» enthielt denn auch Kompositionen, die für Mozarts erste «Figaro»-Susanna entstanden sind.

Dass der Vergleich mit Mozart manchmal anscheinend auch lähmen kann, zeigte nun die erste szenische Produktion der Accademia di Monaco am Stadttheater Aschaffenburg. Zum 200. Todestag ihres einstigen Hofkapellmeisters Johann Franz Xaver ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Michael Stallknecht

Weitere Beiträge
Tristan und Isolde im Schnee

Der Gott des Windes war wütend. Doch nicht die ungeduldigen Mannen des Odysseus hatten seinen Zorn erregt, irgendetwas anderes musste ihm die Seele beschwert haben. Und so sandte Aiolus einen Orkan mit dem eigentlich harmlosen Namen «Brian» über Irland, den es in dieser Stärke ein halbes Jahrhundert lang nicht gegeben hatte. Bäume wurden entwurzelt, Dachziegel...

Personalien | Meldungen Dezember 2017

JUBILARE

Jiří Kout wurde 1937 in Novedvory bei Prag geboren. Er studierte am dortigen Konservatorium Orgel und Orchesterleitung, gewann die Internationalen Dirigentenwettbewerbe von Besançon (1965) und Brüssel (1969). Danach war er zunächst an der Pilsener Oper tätig, ehe er 1969 als Kapellmeister ans Nationaltheater nach Prag ging. Mit dem Orchester unternahm er...

Lehrstück und Seelendrama

Die Liste der bemerkenswerten Händel-Einspielungen wächst, die Repertoirelücken füllen sich langsam. Dafür sorgen nun auch die Neuaufnahmen von «Ottone», dem Erfolgsstück aus Händels erster Londoner Academy 1723, und «Il trionfo del Tempo e del Disinganno». Vom «Trionfo» gibt es im Handel zwar gut ein halbes Dutzend CD-Aufnahmen, aber mit der Neuproduktion vom...