Versuche mit Verdi
Manchmal dokumentieren DVD-Mitschnitte aus großen Häusern, dass dort auch nur mit Wasser gekocht wird – wie in der Provinz. Etwa wenn es um Verdi geht. Erstes Beispiel: «I due Foscari» am Royal Opera House in London. Ein finsteres Kammerspiel machtpolitischer Ränke, mit dem Verdi die Choropern seiner Anfänge endgültig hinter sich ließ. Thaddeus Strassberger inszeniert es, auf meist dunkler Bühne, steif und in historischen Kostümen.
Den einzigen Farbtupfer setzen die drastischen Folter- und Hinrichtungsszenen, mit denen er die Halluzinationen des jüngeren Foscari im Gefängnis illustriert. Ansonsten positioniert er die Stars ins Zentrum – und die konventionelle Bildregie macht es ihm nach. Erfreulich der subtile, idiomatisch singende Francesco Meli als Jacopo Foscari, während Plácido Domingo nicht die nötigen Bariton-Farben für die Partie des alten Foscari besitzt. Exzellent Antonio Pappano, der mit straffer Hand die richtige Mischung aus rhythmischer Verve und emotionalem Rubato findet. Aber wer sieht sich eine DVD schon wegen des Dirigenten an?
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Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Uwe Schweikert
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