Verspielt

Verdi: Un ballo in maschera
Darmstadt | Staatstheater

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Also schön, spielen wir das Spiel vom Tod. Tun wir so, als ob die Musik zu ihrem Recht käme und der Verschwörerwille an sein Ziel: den Herrscher zu stürzen, wie auch immer es geschehe. Geben wir ihnen, wonach ihr Sinn begehrt, führen wir sie aufs Glatteis ihrer Wahrnehmung, legen wir, hämisch grinsend, ihre tiefsten Wünsche frei ...

Es ist die Perfidie in Vollendung, mit der Gustavo III.

, der heldisch-emphatisch, im Passaggio leicht krächzende Timothy Richards, und sein engster Vertrauter Oscar (sehr agil, darstellerisch etwas outriert: Cathrin Lange) das historisch verbürgte Ende des schwedischen Königs Gustav III. «inszenieren». Leblos liegt der Körper auf steinernem Sockel, die Totenmaske schon auf dem Gesicht. Oscar, der für Gustavo das ist, was Jago für Otello war, mimt Bestürzung, das Volk steht starr im Angesicht des schlimmen Bildes. Doch plötzlich regt sich erst eine Hand, schließlich der ganze Mann; wie frischgeboren springt er lachend vom Totenbett hinunter: War alles nur Spaß, es gibt viel zu tun, packen wir’s an, der Tod kann noch ein bisschen warten. Musik!

Nicht nur in diesem schwarzhumorigen Beginn, der von Jan Croonenbroeck und dem Staatsorchester Darmstadt ...

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Opernwelt Februar 2019
Rubrik: Panorama, Seite 30
von Jürgen Otten

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