Verspielt
Also schön, spielen wir das Spiel vom Tod. Tun wir so, als ob die Musik zu ihrem Recht käme und der Verschwörerwille an sein Ziel: den Herrscher zu stürzen, wie auch immer es geschehe. Geben wir ihnen, wonach ihr Sinn begehrt, führen wir sie aufs Glatteis ihrer Wahrnehmung, legen wir, hämisch grinsend, ihre tiefsten Wünsche frei ...
Es ist die Perfidie in Vollendung, mit der Gustavo III.
, der heldisch-emphatisch, im Passaggio leicht krächzende Timothy Richards, und sein engster Vertrauter Oscar (sehr agil, darstellerisch etwas outriert: Cathrin Lange) das historisch verbürgte Ende des schwedischen Königs Gustav III. «inszenieren». Leblos liegt der Körper auf steinernem Sockel, die Totenmaske schon auf dem Gesicht. Oscar, der für Gustavo das ist, was Jago für Otello war, mimt Bestürzung, das Volk steht starr im Angesicht des schlimmen Bildes. Doch plötzlich regt sich erst eine Hand, schließlich der ganze Mann; wie frischgeboren springt er lachend vom Totenbett hinunter: War alles nur Spaß, es gibt viel zu tun, packen wir’s an, der Tod kann noch ein bisschen warten. Musik!
Nicht nur in diesem schwarzhumorigen Beginn, der von Jan Croonenbroeck und dem Staatsorchester Darmstadt ...
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Opernwelt Februar 2019
Rubrik: Panorama, Seite 30
von Jürgen Otten
Und dann ist da plötzlich dieses irre Bild. Eine Hochhausfront, hässlich und glatt, die Fassade mausgrau, wie ungewaschene Wäsche; davor ein von Maschendrahtzaun gesäumter Menschenkäfig zur Rechten sowie ein versiffter Treppenaufgang zur Linken. Mittendrin die Protagonisten der Vergeblichkeit, die – eine optische Täuschung macht’ s möglich – größer scheinen als...
«Wozu darüber reden? Jeder weiß doch Bescheid. Alle wissen, dass es absurd ist», sagt der Schauspieler Philipp Avdeev, auf die Zurückhaltung angesprochen, die sich die Mitarbeiter des Moskauer Gogol-Zentrums auferlegt haben, wenn es um das Prozessverfahren geht, das ihren Künstlerischen Leiter seit August 2017 mit Hausarrest sanktioniert. Und er fährt fort: «Als...
Was für eine charmante Idee: Die Sopranistin Sophie Karthäuser denkt Camille Saint-Saëns’ «Karneval der Tiere» ins Kunstlied-Genre weiter und lädt zum «Bal des animaux». Zu diesem Fest versammelt sich ein exquisites Bestiarium, in Vertonungen von 14 verschiedenen französischen Komponisten des 19. und 20 Jahrhunderts – wobei Reynaldo Hahn der passendste unter ihnen...
