Versehrte Seelen

Das Opernhaus Zürich präsentiert die Uraufführung von Beat Furrers achtem Musiktheater «Das große Feuer» – unter der musikalischen Leitung des Komponisten, in einer berührenden Inszenierung von Tatjana Gürbaca und Vivien Hohnholz

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Im Kopf des jungen Mannes herrscht ein Riesen-Durcheinander. Seine gesamte Identität schwankt bedenklich, das Dasein erscheint ihm wie ein einziges Paradoxon. Auf der einen Seite fühlt sich Lisandro Vega, den sie alle nur Eisejuaz nennen, verbunden mit jenem indigenen Stamm aus dem Norden Argentiniens, als dessen Mitglied er aufgewachsen ist, auf der anderen prägt ihn die Sozialisation durch eine Missionsstelle mit ihren strengen Geboten.

So zieht es ihn einerseits immer wieder zur vertrauten schamanischen Tradition, Eisejuaz kommuniziert mit den Tieren und den Bäumen, die zu ihm sprechen. Zugleich führt er ein (bürgerliches) Leben, in dem ihm puristische Pastoren das Schreiben und Lesen beibringen, aber auch Gehorsam, ja, Unterwerfung fordern. In diesem Gestrüpp dröhnen die Kettensägen und die Lastwagen, die Ladung um Ladung das Biotop des Waldes zerstören – Eisejuaz selbst nimmt daran teil, indem er zeitweise in einem Sägewerk arbeitet. Und stößt dabei auf eine Vielzahl von Menschen, die ihm mit den unterschiedlichsten Forderungen begegnen.

So schildert es die argentinische Schriftstellerin Sara Gallardo in «Eisejuaz», ihrem beklemmenden Roman aus dem Jahr 1971. Dieser ist in ...

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Opernwelt Mai 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Peter Hagmann

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