Verloren im Raum
Stellen wir uns vor: ein Opernlaboratorium. Darin wirken nicht nur Dirigenten und Librettisten, Regisseure, Bühnen- und Kostümbildnerinnen, Sängerinnen und Sänger sowie multimediale Profis, dort trifft man zudem Spezialisten anderer, eher kunstferner Disziplinen. Was sie eint, ist das Ziel. Und das besteht im konkreten Fall darin, acht sogenannte Wissenschafts-Opern zu schaffen, die aktuell relevante Gesellschaftsthemen aufgreifen und sie in Kunst verwandeln.
Die Regisseurin Jekaterina Wassiljewa, Organisatorin der Gruppe «KoOPERation», sieht ihre Aufgabe vor allem darin, einen kreativen Dialog zwischen den Vertretern der einzelnen «Berufe» herzustellen. Ein nachgerade herkulisches Ansinnen. Denn was schon im 17. Jahrhundert als Paradigma existierte, ist auch heute noch zuweilen traurige künstlerische Wirklichkeit: Viele Köche verderben den Brei. Der Komponist würde den Großteil dessen, was der Librettist geschrieben hat, am liebsten in den Müll werfen, der Regisseur misstraut von Anfang an grundsätzlich allem, was die beiden schöpferischen Naturen ihm vorgelegt haben. Und wenn dann noch die Ausführenden dazukommen, ist die Sache fast schon zum Scheitern verurteilt: Das ...
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Opernwelt Februar 2022
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Alexej Parin
Der eine, Freund Fritz, will nicht heiraten, nicht um den Wettpreis eines Weinbergs, den ihm sein Kumpel David verspricht, und obwohl er schon lange Zuneigung zu Suzel hegt. Der andere, Postillon Chapelou, heiratet dafür gleich zwei Mal: einmal die Gastwirtin Madeleine und dann, zehn Jahre später, als er in Paris als Opernstar «Saint-Phar» Furore macht, Madame de...
Es war, das darf man ohne Übertreibung sagen, ein spätes Debüt. 58 Lenze zählte Marian Anderson, als sie am 7. Januar 1955 erstmals die Bühne der Metropolitan Opera betrat, um die Ulrica in Verdis «Un ballo in maschera» zu singen, unter der Leitung des genialischen Dimitri Mitropoulos. Doch weniger deswegen war das Publikum in Manhattans Musentempel von den Socken....
Amüsiert erinnert man sich an eine Szene in Ken Russells Streifen «Lisztomania» (1975), in der Liszt-Darsteller Roger Daltrey die Brüste einer Frau «mechanisch» küsst, links, rechts, links, rechts – exakt zum Takt von Mälzels Metronom. Nicht nur in dieser frechen Szene schlüpfte der Frontman von The Who als Protagonist von Russells Film stimmig in die Schuhe des...
