Väter und Söhne
Die Pointe ist gut. Und steht deswegen zu Recht gleich in der Einleitung zu Silke Leopolds fabelhafter Biografie eines Künstlers, über dessen Wesen, Charakter und Begabung die Nachwelt seit Langem im Streite liegt.
War Leopold Mozart wirklich nur der eifer- und eigensüchtige Tyrann, der seinen Sohn zur Sonne hinaufkatapultieren wollte, koste es, was es wolle? Oder verzichtete er auf eine eigene Karriere, weil er sah, dass sein Spross weit mehr mit Manna bestreut war als er selbst?
Zunächst: Der subtile Stoßseufzer stammt aus dem Mund von Abraham Mendelssohn: Früher sei er der Sohn seines Vaters gewesen, unkte ehedem der vermögende Bankier mit rabbinischem Augenzwinkern, «heute bin ich der Vater meines Sohnes.» Der feine Unterschied: Während Abraham eingeklemmt war zwischen einem berühmten Vater (dem Philosophen Moses Mendelssohn) und seinem hochbegabten Komponistensohn Felix, hatte Mozart nur eine «Bürde» zu tragen: das Genie namens Joannes Chrysostomos Wolfgangus Theophilus, der Nachwelt bekannter als Wolfgang Amadeus (oder Amadé) Mozart.
Wer aber war sein Vater? Und wüssten wir überhaupt von ihm, hätte nicht der Filius Werke von zeitloser Größe hinterlassen? Vermutlich, so ...
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Opernwelt April 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Jürgen Otten
«O man müsst’s sehen, man müsst’s greifen können …» Nicht unbedingt mit Fäusten, wie Wozzeck es gegenüber Marie vorbringt, sondern eher mit gespannten Sinnen. Aber es geht hier ja auch nicht um Bergs Oper, sondern um Philip Glass’ «The Fall of the House of Usher». Von deren Aufführung durch die Wolf Trap Opera aus Washington DC erhalte das Ohr «bloß 40 Prozent des...
Wenn es nach Barrie Kosky geht, schlägt das Herz der Komischen Oper künftig im Dreidrittel-Takt. «Wir sind in einer der besten Locations in der Mitte Berlins», sagt der Intendant. «Das bedeutet, wir müssen hier eine durchdachte architektonische Dramaturgie entwickeln. Bei der erzählen wir zwei Geschichten aus der Vergangenheit und eine aus der Zukunft.» Hier...
alpha
03.04. – 20.15 Uhr
Missa Solemnis
BR Chor und Sinfonieorchester, ML: Gardiner
05.04. – 22.00 Uhr
Bach: Matthäuspassion
Live aus dem Herkulessaal, München
Chor des BR, ML: Dijkstra, S: Gauvin, Romberger, Schmitt, Prégardien, Nagy, Fredriksson
12.04. – 21.45 Uhr
Wagner: Tannhäuser
Münchner Opernfestspiele 2017, ML: Petrenko, I: Castellucci, S: Zeppenfeld, Vogt,...
