Komponisten über Henze
Kategoriale Kürze
Anmerkungen zu Henzes Spätwerk
Das Spätwerk eines tatsächlich betagten Komponisten ist in der Musikgeschichte eher selten anzutreffen – erinnert werden kann hier an Schütz und Telemann, Bruckner und Strauss, und in diesem Jahr auch an den hundertjährigen Elliott Carter (immer noch in großer Produktivität tätig). Unbedingt ist in dieser Reihe auch das Schaffen Hans Werner Henzes während der letzten Jahre zu nennen.
In Henzes künstlerischem Leben ließen sich von jeher verschiedene Stilperioden erkennen, die in ihrer Abfolge und in ihrem Rhythmus an Strawinsky oder Picasso erinnern; dennoch ist es eine überraschende Erkenntnis, dass das nun entstehende Œuvre Henzes doch typische Merkmale des «späten Werks» aufweist, indem er nochmals eine stilistische Wendung in großem Umfang vollzieht, das eigene Schaffen zwar immer wieder reflektiert, aufgreift und variiert, aber doch auch eine Neuschöpfung des eigenen künstlerischen Ichs vornimmt.
Selbstverständlich lässt sich in Henzes Werkkatalog eine durchgehende künstlerische Haltung und Kontinuität der Themen und Stoffe feststellen, trotz größter Verschiedenheit der unmittelbaren Ideen, Anlässe und Textvorlagen. Gleichwohl ...
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Opernwelt Jahrbuch 2008
Rubrik: Uraufführung des Jahres, Seite 40
von Detlev Glanert, Manfred Trojahn, Jörg Widmann
Der Sommer hatte soeben begonnen, da geschah das kleine Wunder: Im Seegebiet vor Rügens Kap Arkona wurde ein etwa zwölf Meter langer Buckelwal gesichtet. Ein Ornithologe habe das Tier zwei Stunden lang beobachtet und auf seiner verirrten Bahn durch das Meer verfolgt, hieß es in einem Zeitungsbericht. Warum er es tat, erklärte uns Unwissenden hernach ein richtiger...
Schon die Gattungsbezeichnung überraschte: Eine «Konzertoper» nannte Hans Werner Henze sein (vielleicht?) finales Musiktheaterwerk, das er komponierte, obwohl er zuvor glaubhaft versichert hatte, «L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe», 2003 in Salzburg uraufgeführt, sei seine letzte Oper. Dass dieser «Wortbruch» sich als glückliche Fügung erwies, wurde...
Eigentlich bemerkt man ihn kaum, den Hausmeister im mausgrauen Kittel, der in diesem Warteraum der Macht voller Sekretärinnen und Ministerialbeamten seine eintönige Arbeit verrichtet. Stoisch öffnet und schließt er immer wieder per Knopfdruck die bis zur Decke reichenden Fensterrolläden. Allmählich changiert so bleiernes Kunstlicht zu kaum weniger befreiendem...
