Komponisten über Henze
Kategoriale Kürze
Anmerkungen zu Henzes Spätwerk
Das Spätwerk eines tatsächlich betagten Komponisten ist in der Musikgeschichte eher selten anzutreffen – erinnert werden kann hier an Schütz und Telemann, Bruckner und Strauss, und in diesem Jahr auch an den hundertjährigen Elliott Carter (immer noch in großer Produktivität tätig). Unbedingt ist in dieser Reihe auch das Schaffen Hans Werner Henzes während der letzten Jahre zu nennen.
In Henzes künstlerischem Leben ließen sich von jeher verschiedene Stilperioden erkennen, die in ihrer Abfolge und in ihrem Rhythmus an Strawinsky oder Picasso erinnern; dennoch ist es eine überraschende Erkenntnis, dass das nun entstehende Œuvre Henzes doch typische Merkmale des «späten Werks» aufweist, indem er nochmals eine stilistische Wendung in großem Umfang vollzieht, das eigene Schaffen zwar immer wieder reflektiert, aufgreift und variiert, aber doch auch eine Neuschöpfung des eigenen künstlerischen Ichs vornimmt.
Selbstverständlich lässt sich in Henzes Werkkatalog eine durchgehende künstlerische Haltung und Kontinuität der Themen und Stoffe feststellen, trotz größter Verschiedenheit der unmittelbaren Ideen, Anlässe und Textvorlagen. Gleichwohl ...
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Opernwelt Jahrbuch 2008
Rubrik: Uraufführung des Jahres, Seite 40
von Detlev Glanert, Manfred Trojahn, Jörg Widmann
Tempo 80. Vielleicht auch nur Tempo 60. Im Zweifelsfall sogar Stillstand. Wer nach Essen will und über die A 40 kommt, egal ob aus westlicher oder östlicher Richtung, wird allenfalls zu mitternächtlicher Stunde ungestört Fahrt aufnehmen können. Viel zu sehen entlang der Brummi-Route gibt’s ohnehin nicht. Doch den Kulturpilgern ist das egal. Wer nicht gerade mit Bus...
«... und wir Männer ersehen aus diesem Stücke, wie wir durch die Weiber, im günstigsten Falle, zu Grunde gehn.» Mit diesem ironisch-zynischen Resümee beschließt Heinrich Heine in den «Memoiren des Herrn von Schnabelewopski» die Geschichte vom Fliegenden Holländer, die Wagner zu seiner gleichnamigen «Romantischen Oper» inspirierte. Heines wahrlich witziges Paradoxon...
Es hatte in der Luft gelegen. Immer wieder war das Essener Aalto-Theater während der letzten Jahre positiv aufgefallen. Mit Produktionen, die szenisch auf der Höhe der Zeit standen, ohne sich zeitgeistig anzubiedern. Mit einem intakten Hausensemble, das sein Handwerk aus dem Effeff beherrscht – von Händel bis Wagner, von Bellini bis Aribert Reimann. Mit einem...
