Uraufführung des Jahres 2024

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Nicht jedes zeitgenössische Musiktheater ist zwingend auch ein Musiktheater für Zeitgenossen und -genossinnen. Manche Stücke erliegen zu sehr der Ambition, als rein ästhetische Schöpfungen wahrgenommen werden zu wollen; ihnen fehlt der nötige gesellschaftliche Bezug, sie sind, und das nicht unbedingt im besten Sinne des Wortes, L’art pour l’art.

Blättert man in Gedanken durch die vergangene Spielzeit, so lässt sich bei aller Unterschiedlichkeit der Stile und Methoden eines konstatieren: Die behandelten Stoffe hatten fast ausnahmslos mit jener Wirklichkeit zu tun, die uns nicht nur in der Kunst, sondern auch im Leben umgibt. Sei es Detlev Glanerts «Jüdin von Toledo» (in Dresden), Hèctor Parras «Justice» (in Genf), Hans Thomallas «Dark Fall» (in Mannheim/Schwetzingen) oder der «Liebesgesang» von Georg Friedrich Haas in Bern – die Verknüpfung des individuellen Schicksals mit einer soziokulturellen Implikation war in allen Fällen spürbar. Wie sich Privates in Politisches ausdehnt, wie sich beides gegenseitig bedingt, das zeigte auf besonders raffinierte und musikdramaturgisch wirksame Weise die «Uraufführung des Jahres» – Bernhard Langs «Dora» auf ein Libretto von Frank Witzel an der ...

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Opernwelt Jahrbuch 2024
Rubrik: Uraufführung des Jahres, Seite 36
von

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