Unwiderstehlich
Alexander Zemlinskys «Florentinische Tragödie» ist ein Werk von klaustrophobischer Dramatik: ein einziger Raum, darin drei Personen, die eine klassische Dreiecksgeschichte verhandeln. Zu einem Paar, das die gegenseitige Aufmerksamkeit für einander verlernt hat (oder sie noch nie besaß), gesellt sich ein junger Adeliger, der mit der Dame des Hauses nicht allzu heimlich eine Liebesbeziehung eingeht.
Es kommt zwar zu keiner Szene in flagranti, aber der Gehörnte kann doch zwei und zwei zusammenzählen, als er von einer Geschäftsreise zurückkehrt und seine Frau und den Nebenbuhler in vertrautem Miteinander auffindet. Wie sich nach der Vorlage von Oscar Wilde nun ein Spiel von Verstellung und Andeutung entwickelt, von Misstrauen und gezwungener Höflichkeit, das ist aufregende Psychologie.
Dem Komponisten eröffnet sich dabei ein riesiger Gestaltungsraum: Die Musik darf erzählen, was unausgesprochen bleibt. Und da gibt es viel bei all den Gegensätzen, die hier aufeinanderstoßen. Aristokratie etwa trifft auf Bürgertum: Ein gewaltiges Aggressionspotenzial ergibt sich aus der Konkurrenz des «Krämers» Simone, der teure Stoffe verkauft, mit dem jungen Prinzen Guido, den Zemlinsky durchaus als ...
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Opernwelt November 2024
Rubrik: CD, DVD, Buch, Seite 35
von Clemens Haustein
arte
03.11. – 17.40 Uhr
Das Requiem von Fauré im Pariser Panthéon
Ein besonderer Ort für ein besonderes Konzerterlebnis: Das Panthéon bildet die beeindruckende Kulisse für Gabriel Faurés Meisterwerk «Le Requiem», aufgeführt vom Orchestre de Chambre de Paris unter der Leitung von Thomas Hengelbrock. Es ist das erste Konzert des Dirigenten in seinem Amt als...
Die Programmwahl schmeckt nach einem Geschenk für den GMD. Einmal weg von der kleineren Dimension am mittleren Haus, endlich das «große» Ding drehen. Kompromisse? Egal, Augen zu und durch die Partitur hindurch. Genau das ist im Theater Regensburg nicht passiert. «Tristan und Isolde» mag dort für hochgezogene Augenbrauen sorgen, treibt aber dennoch einige...
Das Wort prangt in großen Leuchtbuchstaben auf der Rückwand des zweistöckigen, aus farbigen Leuchtkästen gefügten Kubus: «Innocence». Für die deutsche Premiere der gleichnamigen Oper von Kaija Saariaho hat Bühnenbildnerin Ines Nadler diesen Würfel auf die Bühne des Gelsenkirchener Musiktheaters im Revier platziert. Zehn Schülerinnen und Schüler sowie ein Lehrer...
