Unerwartete Wendungen

Bologne: L’amant anonyme am Aalto-Theater Essen

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Manchmal sind Nudeln mit Tomatensauce die Lösung. Das Stück ist vorbei, aber der Abend geht im Foyer des Aalto Musiktheater Essen weiter: Ein Jazz-Trio spielt Arrangements der Oper «L’amant anonyme», Darstellerinnen und Darsteller in voller Perückenpracht schwitzen mit in der Menge, und Schaulustige beklatschen die Tänzerinnen und Tänzer auf der Treppe. Es gibt sogar den zarten Ansatz einer Publikumsdiskussion. Alles ist Teil der Inszenierung – von der Handyansage zu Beginn bis zur Gratis-Pasta mit Sekt bei softer Hintergrund -musik.

«L’amant anonyme oder Unerwartete Wendungen» ist ein Erfolg des Formats «Aalto:Start-Up». Hier wird erprobt, wie die Oper sich für möglichst unterschiedliche Menschen öffnen kann. Das Ergebnis: mehr Jüngere im Publikum, mehr Ältere auf der Bühne, mehr Erklärung, aber auch mehr Teilhabe. Die einzige Verliererin des Abends ist die Oper selbst. Und die staubt gewaltig.

Das Regieteam um Zsófia Geréb und Alvaro Schoeck vertraut diesem wenig bekannten Werk zurecht nicht. Der Komponist Joseph Bologne, genannt Chevalier de Saint-Georges, wurde bisher eher als Randnotiz der Klassik verbucht. In den USA wird er wiederentdeckt, in Europa findet er nur zögerlich ...

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Opernwelt Mai 2024
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Anna Chernomordik

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