Unterwegs - aber wohin?
Herr Tsangaris, Herr Ott, wenn man auf die inzwischen ziemlich lange und reiche Geschichte der Münchener Biennale blickt, kann man vielleicht zunächst zwei Phasen unterscheiden. Gründer Hans Werner Henze setzte gern auf junge Künstlerinnen und Künstler, auch aus seinem unmittelbaren Umfeld, Peter Ruzicka als zweiter Biennale-Chef wollte vor allem Komponistinnen und Komponisten, die noch nie zuvor fürs Musiktheater geschrieben hatten. Nach diesem «Erstlingsfestival» kam 2010 die Doppelspitze mit Ihnen beiden.
Was war – und ist – die Grundidee, was wollten Sie verändern?
Ott: Wir wollten schon auch an die Anfänge des Festivals zurück. Also vor allem junge Komponierende vorstellen. Allerdings nicht unbedingt mit Erstlingswerken. Und wir wollten den Titel der Biennale ernst nehmen: Festival für neues Musiktheater. Und zwar die ganze Bandbreite, was im Musiktheater möglich ist. Also nicht nur Kammeroper, sondern auch Musiktheater im öffentlichen Raum, diskursives Theater, Co-Autorenschaften. Die Teamarbeit ist uns ganz wichtig gewesen.
Nehmen wir mal ein Beispiel aus dem aktuellen Festival. Was entstand da auf diese Weise?
Ott: Beim Projekt «Die neuen Linien» ist der Teamgedanke ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Mai 2024
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Jörn Florian Fuchs
Die Hoffnung stirbt nie. Selbst im Angesicht des nahenden Todes nicht. Hören kann man es in Leonoras Doppel-Arie zu Beginn des siebten Bildes von Verdis «Il trovatore». Schwebt das Unheil im schwermütigen f-moll-Adagio «D’amor sull’ali rosee» (Auf den rosigen Flügeln der Liebe) noch wie ein Damoklesschwert über der schicksalsträchtigen Beziehung der jungen Frau zu...
Was das vom französischen Staat geförderte Centre de musique baroque de Versailles im großen Stil für die Wiederentdeckung der französischen Barockmusik leistet, findet hierzulande im Engagement des Osnabrücker cpo-Labels und seines Produzenten Burkhard Schmilgun für die deutschsprachige Barockoper seit Jahrzehnten zwar nur ein bescheidenes, aber dennoch...
Ein Sänger und eine Sängerin auf der Bühne und mit ihnen ihre Stimme. Sonst nichts. Keine Dirigentin (oder Dirigent), kein Orchester, keine Kolleginnen oder Kollegen, kein Chor, keine Statisterie – nichts. Das ist die Grundanlage der Kammeroper «Liebesgesang», die im Mai 2024 an der Oper Bern ihre Uraufführung feiern wird. Die Musik stammt vom österreichischen...
