Unermesslich schön
Chi scherza con Amor, scherza col fuoco: Wer mit der Liebe spielt, spielt mit dem Feuer. So ist, so war es immer. Auch der Titelheld in Giovanni Antonio Borettis «Eliogabalo» weiß um die Tücken dieses (allzu) leichtfertigen Umgangs mit der wichtigsten Nebensache der Welt. Und doch hat ihm der Schöpfer eine Musik in die Kehle gelegt, die vor Vergnügungssucht nur so sprüht und sprudelt. Zumindest in der fünften Szene des dritten Akts, in Eliogabals Arie «Chi scherza con Amor».
Ein luftig-duftiges Stück Musik ist das, voller tänzerischer Anmut, Grazie und kapriziösem Esprit – nur kannten wir es bislang nicht, da es niemand aufgenommen hatte und Borettis Bühnenwerk ohnehin in der Versenkung lag.
Jakub Józef Orliński und dem Ensemble Il pomo d’oro unter der Leitung von Maxim Emelyanychev ist es zu danken, dass nicht nur diese Preziose nun zugänglich ist. Auch die Sinfonia aus Borettis «Claudio Cesare» und des Titelhelden Lamento «Crudo amor, non hai pietà» haben die Künstler – darin aussagekräftig vom Musikforscher und Bassbariton Yannis François unterstützt – für ihr Konzeptalbum «Facce d’amore» ausgesucht. Und damit einen Schatz von nicht zu unterschätzender Güte gehoben. Mag in ...
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Opernwelt Januar 2020
Rubrik: CD des Monats, Seite 23
von Jürgen Otten
Im ersten Akt tauschen die Anführer am Strand von Mexiko Geschenke. Der Mexikaner Telasco bringt Gold, Blumen und reizende Frauen, Cortez antwortet mit einem Degen. Das also sind die Geschenke Europas – vielleicht werden die Spanier sie eines Tages in unseren Händen wiederfinden, ist Telascos bestürzte und zugleich stolze Antwort. Als Gaspare Spontinis «Fernand...
Als im Jahr 1876 das «Rheingold» zum ersten Mal in Bayreuth erklang, ließ Richard Wagner das tiefe Es des Beginns von einer Orgel unterstützen. Im Festspielhaus gibt es sie heute nicht mehr, auch in der Partitur ist sie nicht notiert. Wahrscheinlich waren Wagner die Kontrabässe auf den zeitgenössischen Darmsaiten schlicht zu leise, wie er etwa auch die Bratschen...
Nomen ist hier für einmal nicht omen, denn es ist keineswegs ein Fischen nach Komplimenten, das Adam Fischer – der am 9. September 2019 70 Jahre alt wurde – am Ende des Buchs betreibt, wenn er unter dem Titel «Und das hätte ich gesagt?» feststellt, er habe sich quasi durch diese Biografie selbst mehr zu schätzen gelernt. Nicht ohne Ironie schreibt er, Autor...
