Und seine Seele schwebt hinauf zum Himmel
Wie es im Maschinenraum der Welt tickt? E. T. A. Hoffmann hatte davon mehr als nur eine leise Ahnung, der reisende Enthusiast war bewandert in der Kunst des Unbewussten, Unterbewussten. Und er fühlte sich pudelwohl in jenen nietzscheanisch verschleierten Sphären, in denen alles, was der Fall ist, «tiefer als der Tag gedacht» wurde, und wo alle Lust Ewigkeit erstrebte, «tiefe, tiefe Ewigkeit».
Spätestens mit dem sechsten seiner «Fantasiestücke in Callot’s Manier» betrat der psychologisch wie pathologisch versierte Dichter eine Landschaft, die ihm vertrauter war als vielen anderen Romantikern; diesbezüglich konnte ihm nur Justinus Kerner das Wasser reichen. Aber wozu hatte Hoffmann schließlich auch Schellings Studie «Von der Weltseele» und Gotthilf Heinrich Schuberts «Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaft» gelesen?!
Sein Interesse galt von nun an in erster Linie dem «chronischen Dualismus», der Schizophrenie; multiple Persönlichkeiten und ihre wahn -hafte Selbstspaltung faszinierten ihn maßlos. Ein Beleg findet sich in den Bamberger Tagebüchern: «Ich denke mir mein Ich durch ein Vervielfältigungsglas; – alle Gestalten, die sich um mich herumbewegen, sind Ichs, und ich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 26
von Jürgen Otten
arte
07.04. – 00.50 Uhr Javier Perianes spielt Scarlatti & Albéniz
Der spanische Pianist Javier Perianes begibt sich auf die Suche nach Gemeinsamkeiten zwischen den Komponisten Domenico Scarlatti und Isaac Albéniz, die zeitlich zwar zwei Jahrhunderte auseinander liegen, sich aber durch die Verbindung mit der andalusischen Folklore nahe sind.
08.04. – 01.05 Uhr...
Aus der Schweiz dringt ungute Kunde zu uns: Luzerns Stimmbürgerinnen und -bürger votierten Anfang Februar gegen einen sogenannten «Projektierungskredit» für den Neubau des städtischen Theaters. 58 Prozent der Befragten stimmten mit Nein, und das, obwohl das Stadtparlament sich zuvor einhellig, über alle Parteigrenzen hinweg, für das mit 130 Millionen Schweizer...
Bei allem gebotenen Ernst: Das hier einmal ausgesprochen physisch dargebotene Schlussgerangel um den Ring, in dessen Verlauf die Rheintöchter Hagen buchstäblich niederringen, ist dann doch ziemlich lustig. Hin und her geht es. Hagens «Zurück vom Ring!», immerhin die letzten Worte des Stücks, bleiben folgenlos, wie ja generell das vielleicht sinnvolle Abstandsgebot...
