Turnübungen
Für sein Janáček-Projekt «Das schlaue Füchslein» war der junge Brüsseler Regisseur Christophe Coppens (er zeichnet auch für die Kostüme und, zusammen mit einem Architektenteam, für die Bühnenherrichtung) auf eine aktuelle Ausweichspielstätte des renovierungsbedürftigen Stammhauses verwiesen.
Die Bezeichnung «Palais Tour & Taxis» klingt zwar klassisch-feudal, aber als man diese Lokalität über holprige Brachflächen entlang finsterer Baufälligkeiten am Stadtrand endlich erreicht hatte, betrat man ein eher prosaisches Provisorium, einen Theatercontainer mit Mehrzweckhallencharme. Coppens ließ sich dadurch nicht verdrießen, sondern trat die Flucht nach vorne an. Da das Ambiente zu gepflegt guckkastenmäßiger Wald- und Bilderbuchromantik nicht einlud, arrangierte er die komplex-hintersinnige Handlung um Werden und Vergehen unter Menschen und Tieren kurzerhand als sportives Ereignis oder geselliges Vereinstreffen.
Die Szene imaginiert einen Turnsaal mit angrenzender Gaststätte; der Förster ist hier wohl als Hausmeister beschäftigt und residiert in einem kleinen Büro. Alles ist zeitgemäß mit Bildschirmen und Videokontrollen ausgestattet, doch fehlen auch Natur-Assoziationen auf bunt ...
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Opernwelt Mai 2017
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Hans-Klaus Jungheinrich
Als sich zur Ouvertüre der Vorhang im Auditorium de Dijon hebt, glimmt Hoffnung auf: neues Konzept! Eine Rückblende deutet darauf hin, dass Sarastro eigentlich Paminas Vater ist und Papageno deren früh verlassener Bruder. Die Handlung spielt nach einer Umweltkatastrophe: Die Welt ist zur Wüste geworden, sämtliche Relikte der kapitalistischen Wirklichkeit liegen...
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