Kulturhauptstadt Europas?
Die Zeit der Großzügigkeit in den Kommunen ist vorbei. Das gilt auch für das Ruhrgebiet. Alles kommt angesichts leerer Kassen auf den Prüfstand. Bestehendes, Bewährtes, zuweilen sogar Modellhaftes wird auf Zahlen abgeklopft: Das ökonomistische Denken dringt immer weiter auch in Theater, Museen, Orchester und Konzerthäuser ein. Zwei Beispiele aus Gelsenkirchen/Recklinghausen und Dortmund.
Die Neue Philharmonie Westfalen, 1996 aus dem Zusammenschluss des Philharmonischen Orchesters Gelsenkirchen und des Westfälischen Sinfonie-Orchesters (WSO) hervorgegangen, befindet sich in einer dramatischen Schieflage. Der Grund: Das Land Nordrhein-Westfalen hat die Zuwendungen drastisch verringert, obendrein fielen die Sozialplan-Zuschüsse für sieben Musiker weg, die von der längst «abgewickelten» Philharmonia Hungarica (Marl) kamen. Seit 1997 leitet Johannes Wildner das Ensemble. Der Generalmusikdirektor schaffte es, die Neue Philharmonie Westfalen für die drei Trägerstädte Gelsenkirchen, Recklinghausen und Unna gleichermaßen zu etablieren. Als fester Partner des Musiktheaters im Revier (160 Vorstellungen), als zuverlässiger Gestalter spannender Konzerte, als vorbildlicher Vermittler von ...
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Daniel Barenboim ist an allem schuld. Der Maestro höchstselbst hat damals die Filmregisseurin angerufen – nachdem ihm jemand ein Video ihrer Komödie «Männer» zugespielt hatte – und sie rundheraus gefragt, ob sie nicht bei ihm an der Berliner Staatsoper Unter den Linden Mozarts «Così fan tutte» inszenieren wolle. Ganze zweimal war Doris Dörrie davor in der Oper...
Von Mozarts «großen» Opern ist «Idomeneo» sicherlich die am schwersten zu realisierende. Eine dem Theater Augsburg vergleichbare Bühne, das Münchner Gärtnerplatztheater, setzte vor Jahresfrist mit großem Erfolg auf japanische Abstraktion in Bühnenbild, Kostümen und Gestik (Claudia Doderer). In Augsburg nun wollte Thomas Mittmann – der bereits hervorragende...
Dass Benjamin Britten und zahlreiche andere Komponisten des 20. Jahrhunderts um die Schönberg’sche Dodekaphonie und deren Folgen einen Bogen schlugen, war nicht nur das Resultat eines ästhetisch begründeten Unbehagens. Die Reserve gegenüber den Konstruktionen der Zwölfton-Avantgarde hatte auch handfeste rezeptionspolitische Gründe: Man wollte, statt bloß im...
