Trivial

Rolando Villazón und Anna Netrebko in Massenets ­«Manon»

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Manche Angelegenheiten des Lebens und der Kunst gewinnen an Kontur, werden vielleicht sogar anmutiger oder zumindest angenehmer, wenn man sie ein zweites Mal sieht. Nicht so diese. Die «Manon»-Inszenierung des Amerikaners Vincent Paterson, zu der sich im Frühling vergangenen Jahres in der Berliner Lindenoper ein gülden glitzernder Vorhang hob (siehe OW 6/2007), ist auch in der soeben erschienenen DVD-Ver­sion ein Debakel.

Was wohl kaum Absicht der Film-Regie gewesen sein kann, geschieht hier gleichwohl in aller Deutlichkeit: Die Profanisierung eines Kunstwerks (und das ist Massenets Oper nun einmal) vermittels einer Trivialisierung und, schlimmer noch: Klischeeisierung der szenischen Mittel wird, da sich die Kameras sehr nahe an die Personen wagen, noch evidenter, als das schon auf der Bühne zu sehen war. Mit Kunst hat das, was wir sehen, wenig, mit Kitsch und simulierter Empathie viel zu tun. Es empfiehlt sich also (was zwar die DVD als Kunstform ad absurdum führt, den Rezipienten im vorliegenden Fall aber rettet), die Augen zu schließen und die Ohren zu öffnen. Dann kann man immerhin hören, dass Daniel Barenboim die Staatskapelle Berlin solide und mit einigem Gespür für die ...

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Opernwelt September/Oktober 2008
Rubrik: DVDs, Seite 68
von Jürgen Otten

Vergriffen
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