Editorial
leich beim ersten Mal sollte es die ganz große Nummer werden. Und (fast) alle spielten mit, um die Neue ins gleißende, sprich: geldwerte Licht des Salzburger Promi-Himmels zu rücken. Der Hintergrund: Man brauchte dringend attraktiven Ersatz für Anna Netrebko. Schließlich war Gounods Shakespeare-Oper «Roméo et Juliette» eigens für das singende «Traumpaar» Netrebko-Villazón angesetzt worden. Doch dann machte Super-Annas Schwangerschaft einen Strich durch die Rechnung der Marketing-Strategen.
Also wurde die junge Georgierin Nino Machaidze zur neuen Netrebko hochgejubelt, bevor sie noch einen einzigen Ton in der Felsenreitschule gesungen hatte. Einen Plattenvertrag (mit der Decca) hat die 25-Jährige bereits in der Tasche. Da passt es allzu gut ins Bild, dass Broadway-Regisseur Bartlett Sher einen Silberglitzerregen auf die Sopranistin niedergehen ließ, als diese ihre Auftrittsarie sang. Planziel erreicht: A star was born. Wieder einmal.
Vom «360-Grad-Modell» sprechen private Konzertveranstalter wie der Berliner Unternehmer Peter Schwenkow, wenn es um die Vermarktung von Künstlern geht. Gemeint ist damit jene Rundumbetreuung, die von der Produktion geeigneter Tonträger über Planung und ...
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Opernwelt September/Oktober 2008
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Albrecht Thiemann, Jürgen Otten
Ein Komponist, den kaum ein Opernführer auch nur zu nennen weiß: Pietro Raimondi, 1786 in Rom geboren und dortselbst 1853 als Kapellmeister der Peterskirche gestorben. Dabei hat er sich schon rein quantitativ mit seinen – laut Riemann – 62 Musiktheaterwerken zumindest in die Annalen der italienischen Bühnen eingetragen. Seine von der Neuburger Kammeroper als...
Der Titel sticht ins Auge, noch bevor die Ohren angeschaltet sind. «Gods, Kings & Demons» – so prangt, neben kosmisch-solarer Scheibe, das wohlgewählte Wort-Dreigestirn auf dem Booklet der ersten Soloaufnahme des deutschen Bassisten René Pape mit der Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Sebastian Weigle. Es sei dies, erfahren wir dann von Pape, eine...
Wenn Don Giovanni etwas Luziferisches hat, wenn er jenes weiß glühende Feuer verbreitet, an dem man sich nur verbrennen kann, so hat Elke Neidhardt diesen Charakterzug in ihrer Inszenierung von Mozarts Meisterwerk an der Oper in Sydney genau getroffen. Besonders das Finale (ohne das atavistische, moralintriefende Sextett) beeindruckt: In der Spitze des sich nach...
