Traumrolle David
Wie bringt man es vom Statisten eines Dresdner Operettentheaters zum Kammersänger der Berliner Staatsoper und zum Kunst- und Nationalpreisträger? Harald Neukirchs an künstlerischen Höhepunkten reiche Karriere gibt auf diese Frage eine Antwort: Neben dem Geschenk einer ausdrucksvoll timbrierten hohen Tenorstimme mit ihrer bis ins Alter hinein jugendlichen Ausstrahlung und einem natürlichen Spieltalent war es vor allem das planvoll-zielgerichtete Verfolgen seines einmal eingeschlagenen Weges, das ihn über Jahrzehnte hin zu einem der gefragtesten Sänger in der ehemaligen DDR gemacht hat.
Geboren 1928 im sächsischen Döbeln und aufgewachsen in Moritzburg, beginnt Harald Neukirch nach dem Abschluss der Volksschule mit einer Tischlerlehre in Dresden-Radebeul, aus der er im Alter von noch nicht siebzehn Jahren durch die politischen Ereignisse herausgerissen wird: Am 1. April 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, zieht man ihn ein zum Militär, schickt ihn zuerst nach Berlin, dann an die Front. Nur wenige Tage vor Beendigung der Kampfhandlungen gerät er in Gefangenschaft und wird ins tiefste Russland verfrachtet, fünfhundert Kilometer hinter Moskau, wo er schwere Waldarbeit zu leisten ...
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Nein, eine Erfolgsgeschichte konnte man das groß angelegte «Ring»-Projekt der Berliner Philharmoniker bislang wirklich nicht nennen: Vier Jahrzehnte, nachdem Herbert von Karajan die Salzburger Osterfestspiele für seine bahnbrechende Tetralogie-Interpretation gegründet hatte, erarbeitet sich das Orchester Richard Wagners Bühnenendspiel erneut. Seit 2006 gibt es in...
Im Jahr seines 150. Geburtstages scheint Giacomo Puccini immer noch kaum über den Ruf eines preiswerten Pralinenlieferanten hinausgekommen. Für die verschiedenen Versionen seiner Opern, für Früh- und Nebenwerke interessiert sich kaum jemand. Wie anders wäre es zu erklären, dass die wiederentdeckte Urfassung von Puccinis «Edgar» – mit fast vierzig Minuten neuer,...
Die ganze Welt ist grau. Wie eine unüberwindbare, gleichwohl atmende Wand erstrecken sich die Plastikbahnen zur Rechten und zur Linken der Bühne, die Paul Zoller ersonnen; straff gespannt und anthrazit schimmernd auf der Rückseite. Nimmt man nun noch die an der Decke befestigten Neonröhren hinzu, ergibt sich das Bild eines kühl-kargen, unbewohnten Ortes. Es ist...
