Tod ohne Verklärung
Es könnte ein Rekordjahr werden. Das Endergebnis stand bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe zwar noch aus, aber es würde uns nicht überraschen, wenn das tropische Langzeithoch im Juli und August auch die Besucherzahlen in unerreichte Höhen getrieben hätte. Spielt das Wetter mit, ist die Bregenzer Seebühne quasi ein Selbstläufer.
Und mit «Carmen», der dritten Neuproduktion des Bizet’schen Evergreens in der 72-jährigen Festspielgeschichte, hatte die seit 2015 amtierende Intendantin Elisabeth Sobotka vergangenen Sommer eine der lukrativsten Cashcows des Repertoires zu Wasser gelassen (siehe OW 9-10/2017). Mehr als 200 000 Karten waren für die 29 Aufführungen der Reprise im Angebot. Das mit Kletterstunts, Planschballett und Feuerwerk getunte Pleinair-Spektakel in Es Devlins bis zu 24 Meter hohem Spielkarten-Set erwies sich also auch im zweiten Jahr als Publikumsmagnet.
Dass Kasper Holtens Regie sich weitgehend in übersichtlichen Arrangements erschöpft, dass die Lichtführung Bruno Poets und die Live-Cam-Projektionen Luke Halls vor allem darauf zielen, die jeweils gerade singenden Solisten optisch hervorzuheben, ist angesichts ihrer Verzwergung in den ortsüblichen XXL-Kulissen beinahe ...
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Opernwelt September/Oktober 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 29
von Albrecht Thiemann
Aix
Die Anziehungskraft der sommerlichen Festspiele in Aix-en-Provence ist ungebrochen. Rund 85 000 Besucher werden inzwischen pro Saison gezählt. Das Interesse gilt nicht nur den Opernaufführungen, sondern auch öffentlichen Proben oder den Konzerten der seit 20 Jahren bestehenden Akademie für den künstlerischen Nachwuchs. Und dem Genius loci sowieso – jenem...
JUBILARE
Die österreichische Mezzosopranistin Erika Wien studierte an der Wiener Musikhochschule bei Hans Duhan, Josef Witt, Wolfgang Steinbrück und Erik Werba. 1952 debütierte sie an der Wiener Volksoper, wechselte ein Jahr später ans Bremer Theater (1953-59) und anschließend an die Deutsche Oper am Rhein (1959-64). Von 1964-80 wurde das Opernhaus Zürich zu...
Die am hellsten leuchtenden Sterne, die beim Young Conductors Award der Salzburger Festspiele aufgegangen sind, waren bisher Mirga Gražinytė-Tyla und Lorenzo Viotti. Aber auch die anderen Sieger des seit 2010 mit Unterstützung eines Nahrungsmittelkonzerns durchgeführten Concours, von David Afkham bis Kerem Hasan, können schöne Erfolge vorweisen. Insofern war man...
